Hamsterkiste Lerngeschichte

Eine alte afrikanische Sage erzählt, dass die Strauße einst starke Flügel hatten, mit denen sie schneller und höher fliegen konnten als alle anderen Vögel der Welt. Doch eines Tages sei einer von ihnen so hoch hinauf geflogen, dass er sich dem Auge Gottes näherte, ohne Gott als Schöpfer der Welt anzuerkennen. Da habe ein Engel den Schleier vor der Sonne fortgezogen, die heißen Strahlen hätten die Flügel des Vogels versengt und er sei kläglich zur Erde gestürzt. Seitdem könne sich kein Strauß mehr in die Lüfte erheben.

Wir wissen nicht, wie es zu dieser Sage kam. Aber richtig ist: Strauße sind zwar Vögel, aber sie können nicht fliegen. Mit ihren kurzen Flügeln sind sie nicht in der Lage, ihre schweren Körper in die Luft zu erheben. Aber Strauße können laufen und das sogar sehr schnell. Daher bezeichnen wir sie als Laufvögel. Außer dem Afrikanischen Strauß und dem Somalistrauß, die beide in Afrika leben, gehören dazu die Emus in Australien sowie die Kasuare, die ebenfalls im Norden Australiens und in Neuguinea vorkommen. Auch die Nandus in Südafrika können nicht fliegen.

Das Gefieder der männlichen Strauße ist schwarz, die so genannten Schwungfedern an den Flügeln und der Schwanz erscheint meistens schmutzig weiß. Beim Afrikanischen Strauß werden die Männchen bis zu 135 kg schwer und bis zu 2,50 m hoch, beim Somalistrauß erreichen sie sogar ein Gewicht von über 150 kg und eine Höhe von 2,75 m.

Das Gefieder der weiblichen Strauße ist erdbraun, Flügel und Schwanz sind etwas heller. Sie erreichen ein Körpergewicht von ungefähr 110 kg und eine Körpergröße von bis zu 1,90 m.

In Freiheit leben die Strauße meistens in Gruppen zusammen, zu denen unterschiedlich viele Vögel gehören. In der Zeit der Fortpflanzung bilden sich kleinere Gruppen mit einem Hahn und mehreren Hennen.

Strauße recken einen langen, vorwiegend nackten Hals in die Höhe. Der Kopf ist recht klein, die Augen jedoch haben einen Durchmesser von 5 Zentimetern und sind damit größer als bei den meisten anderen Tieren. Hals und Beine sind grau, graublau oder rosafarben.

Der Strauß hat lange Beine, mit denen er sehr schnell laufen kann. Für kurze Zeit erreicht er damit Höchstgeschwindigkeiten von etwa 70 km/h. In einer halben Stunde kann er eine Strecke von 20 bis 25 km zurücklegen.

Die Füße bestehen aus nur zwei Zehen. Strauße können damit harte Tritte austeilen, die für Menschen und sogar für Löwen tödlich sein können.

Im 18. Jahrhundert kamen in Europa Straußenfedern als Hutschmuck reicher Damen in Mode. Das hatte eine Ausweitung der Jagd auf die Vögel zur Folge. In manchen Gegenden wurden die Strauße ausgerottet.

Im 19. Jahrhundert begann man, Strauße in Farmen zu halten. Heute gibt es solche Farmen sogar in Europa, obwohl die großen Vögel mit der Kälte, vor allem aber mit der Feuchtigkeit nicht gut zurecht kommen.

Man züchtet die Strauße in den Farmen vor allem wegen des Fleisches und der Haut, aus der man Leder herstellt.

Die Eier der Strauße sind weiß, werden bis zu 1900 g schwer und haben einen Durchmesser von ungefähr 15 cm. Ein Straußenei entspricht etwa 20 bis 30 Hühnereiern. Die Schale ist 2 bis 3 mm dick und so fest, dass sich erwachsene Menschen darauf stellen können.

Die Hennen einer Straußengruppe, die in Freiheit leben, legen jeweils 2 bis 12 Eier in ein Nest, das aus einer schmucklosen Grube im Boden besteht. Die Haupthenne brütet das Gelege gemeinsam mit dem Hahn aus. Sie entfernt jedoch vorher die meisten Eier der Nebenhennen, so dass im Nest nur etwa 20 Eier verbleiben und ausgebrütet werden. In Straußenfarmen legen die Hennen deutlich mehr Eier, die man mit Hilfe von Brutmaschinen bebrütet.

Die Küken schlüpfen nach einer Brutzeit von 6 Wochen. Ihr Federkleid ist zunächst rehbraun und mit dunklen Tupfen durchsetzt. Nach 3 Tagen verlassen sie das Nest und folgen ihren Eltern.

Strauße bevorzugen offene Landschaften, in Afrika vor allem Savannen, in denen das Gras nicht sehr hoch wächst. Sie ernähren sich vorwiegend von Körnern, Gräsern, Blättern, Blüten und Früchten. Insekten und Raupen sind nur Beikost. Sie picken ihre Nahrung am liebsten vom Boden auf. Strauße können lange ohne Wasser auskommen, da sie von der Feuchtigkeit leben, die in der pflanzlichen Nahrung enthalten ist.

Strauße sind in der Lage, das Gewicht von Menschen zu tragen. In Südafrika werden auf einigen Straußenfarmen Rennen für die Touristen ausgetragen. Man hat Strauße früher gelegentlich auch vor kleine Kutschen gespannt.

Die Emus, die in Australien leben, sind kleiner als ihre afrikanischen Verwandten. Sie können zwischen 1,60 und 1,90 m hoch werden, erreichen aber nur ein Gewicht von etwa 30 bis 45 kg. Sie haben drei Zehen und einen Kehlsack, den sie aufblasen können.

Alle Bilder: Hamsterkiste

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Ergänzende Materialien für den Unterricht:

Erkundungsaufgaben PDF

Erkundungsaufgaben ODT