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Es wiederholt sich in jedem Jahr. Die Tage werden kürzer, die Temperaturen gehen zurück, die Sonne scheint seltener und manchmal ist es stürmisch. Der Herbst ist da.

An Bäumen und Sträuchern verfärben sich die Blätter. Die grünen Farben des Sommers verschwinden, die Blätter kräuseln sich, werden gelblich oder nehmen sie rote oder braune Farbtöne an.

Dabei entsteht manchmal eine wahre Farbenpracht, die leider nicht sehr lange andauert. Denn bald fallen die Blätter zu Boden und vergehen. Kahle Bäume bleiben zurück. Doch warum ist das eigentlich so? Was passiert in den Blättern der Bäume und Sträucher?

Alle Lebewesen bestehen aus Zellen. Die Körper von Menschen und Tieren, aber auch das Holz und die Blätter der Bäume sind aus Zellen aufgebaut. Diese Zellen sind so klein, dass wir sie nur mit einem starken Mikroskop erkennen können.

Damit diese Zellen existieren können, müssen sie mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden. Dabei gibt es einen großen Unterschied zwischen den Pflanzen einerseits und den Menschen und Tieren andererseits. Die essen und trinken nämlich, führen also die Nahrungsmittel von außen zu.

Pflanzen hingegen produzieren ihre Nahrung in ihrem Inneren selbst. Sie benötigen dazu in erster Linie Sonnenlicht. Die Blätter entnehmen ein Gas aus der Luft, das man Kohlendioxid nennt. Über die Wurzeln versorgen sich die Pflanzen außerdem mit Wasser und Mineralien aus dem Boden.

Besonders wichtig sind dabei winzig kleine Räume im Inneren der pflanzlichen Zellen. Man nennt sie Chloroplasten. Diese Chloroplasten enthalten einen grünen Farbstoff, der als Chlorophyll bezeichnet wird.

Das Chlorophyll stellt mit Hilfe des Sonnenlichts aus Kohlendioxid und Wasser Traubenzucker her. Dieser Traubenzucker dient als Baustein zum Aufbau weiterer Zellen und zur Ernährung der Pflanze. Das Chlorophyll bewirkt auch die grüne Farbe der Pflanzen.

Bei diesem Vorgang wird Sauerstoff frei. Das ist ein Gas, das wir einatmen und ohne das Menschen und Tiere nicht leben könnten.

Chlorophyll bildet sich aber nur, wenn die Sonne scheint. Im Herbst werden die Tage kürzer und das Wetter ist weniger sonnig. Dadurch steht den Pflanzen weniger Sonnenlicht zur Verfügung.

Es bildet sich weniger Chlorophyll, also auch weniger Traubenzucker und weniger Sauerstoff. Die Blätter werden nicht mehr mit Nährstoffen versorgt. Ihre grüne Farbe verschwindet. Andere Farbstoffe treten nun hervor und sorgen für die bunte Färbung.

Nun wird auch kein Wasser mehr in die Blätter, Zweige und Äste befördert. Das ist gut so, denn sonst würden die Pflanzen bei winterlichem Frost erfrieren.

Wir Menschen können uns eine Weile an den wunderschönen bunten Farben des Herbstes erfreuen. Doch irgendwann fallen die Blätter ab.

Und was geschieht mit ihnen? In den oberen Schichten des Bodens leben Milliarden von kleinen und kleinsten Lebewesen. Die größten sind Regenwürmer, Tausendfüßler, Ohrwürmer, Asseln und Pilze. Sie zerlegen und zersetzen die Blätter.

Es entsteht eine Schicht, die man Humus nennt. Diese Schicht ist sehr fruchtbar. Sie bildet den Nährboden, auf dem neue Pflanzen wachsen können. Und die bilden in ihren Zellen wieder Chlorophyll, stellen Traubenzucker her, geben Sauerstoff ab und werfen im Herbst ihre Blätter ab.

Das Ganze ist ein wunderbarer Kreislauf der Natur. - Bilder: Hamsterkiste