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Pfingsten und die Aussendung des Heiligen Geistes aus dem "Hortus Deliciarum" der Herrad von Landsberg

Bild: gemeinfrei

Pfingsten

Pfingsten ist eines der höchsten christlichen Feste. Dieses Fest geht auf ein Ereignis zurück, das sich vor fast 2000 Jahren in Jerusalem zugetragen haben soll.

Dort hatten sich aus Anlass des jüdischen Festes Schawuot mehrere Jünger Jesu versammelt. Das Fest Schawuot, das Wochenfest, wird in der jüdischen Religion 50 Tage nach dem Pessachfest gefeiert, das wiederum an den Auszug der Juden aus der Sklaverei in Ägypten erinnern soll. An Schawuot wird der Übergabe der Zehn Gebote am Berg Sinai gedacht, von der das Alte Testament berichtet. Es ist außerdem ein Erntedankfest.

In der Apostelgeschichte, einem Teil der Bibel, wird erzählt, was die Jünger Jesu an diesem Tag erlebt haben sollen:

Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.

Der Apostel Petrus soll danach eine Predigt gehalten haben, an der er alle aufforderte, sich im Namen Jesu taufen zu lassen und den Heiligen Geist, der von Jesus gesandt worden sei, zu empfangen. Die Apostelgeschichte berichtet weiter, dass sich an diesem Tag etwa 3000 Menschen taufen ließen.

Der Tag gilt seitdem als Gründungstag der christlichen Kirche. Das Wort Pfingsten geht auf das alte griechichische Wort pentekostē zurück, womit wiederum der fünfzigste Tag nach dem Pessachfest gemeint war.

Heute ist der Pfingstmontag ein gesetzlicher Feiertag in Deutschland, Österreich, in weiten Teilen der Schweiz, in Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Ungarn und Dänemark.

Im Verlauf der Jahrhunderte haben sich an verschiedenen Orten Pflingstbräuche entwickelt. In Niedersachsen werden junge Birken geschlagen und als "Pfingstbäume" vor die Haustüren eingepflanzt. Dieser Brauch stammt wahrscheinlich schon von den Germanen, die damit böse Geister abwehren wollten.

In manchen Gegenden werden "Pfingstochsen" geschmückt, die dann an der Spitze einer Kuh- und Rinderherde zur Weide geführt werden. Im Bergischen Land gibt es das "Pfingstsingen", bei dem junge Männer von Haus zu Haus ziehen und dabei Eier, Speck und andere Gaben sammeln. Im Bayrischen Wald gehen ebenfalls junge Leute umher, singen Spottlieder vor manchen Häusern und werden dann von den Bewohnern mit Wasser begossen. Diesen Brauch nennt man "Wasservogelsingen".

In der Grafschaft Bentheim in Niedersachsen schmücken manchmal Kinder eine "Pingstekron". Sie stellen sich damit auf, spannen ein Seil über die Straße und erbitten von Fußgängern und Radfahrern einen "Deut", eine Geldmünze. Sie verraten allerdings nie, was sie mit den Geld anschließend anfangen.

Eine "Pingstekron" in der Grafschaft Bentheim - Bild: Hamsterkiste

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