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Bei Wahlen werben Kandidaten und Parteien um Stimmen - Bild Hamsterkiste

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Die Parteien

Die Abgeordneten, die in einer Demokratie das Volk vertreten, werden gewählt. Jede Bürgerin und jeder Bürger über 18 Jahre darf bei Wahlen kandidieren, sich also darum bemühen, gewählt zu werden. Man muss zunächst nur eine bestimmte Anzahl von Mitbürgern finden, die einen zur Wahl vorschlagen. Aber das allein reicht meistens nicht, um genügend bekannt zu werden und die Stimmen der Mehrheit der Wählerinnen und Wählern zu gewinnen.

Deshalb gehören fast alle Kandidaten, die sich zur Wahl stellen, einer Partei ein. Als Partei bezeichnet man den Zusammenschluss von Menschen, die gleiche oder mindestens ähnliche Vorstellungen davon haben, wie eine Gemeinde, eine Stadt, ein Bundesland oder die gesamte Bundesrepublik regiert werden sollen.

Die Parteien verkünden Wahlprogramme, in denen sie erklären, was sie nach der Wahl erreichen wollen. Sie wählen meistens auch die Kandidaten aus, denen man dann seine Stimme bei den Wahlen geben kann. Jeder Bürger kann übrigens Mitglied einer Partei werden.

Im September 2013 stellten sich bei der Bundestagswahl insgesamt 30 Parteien zur Wahl. Die wichtigsten Parteien sind zurzeit:

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) ist die älteste Partei in unserem Land, denn sie wurde bereits im Jahr 1863 gegründet. Sie entstand aus Arbeitervereinen, die sich für eine bessere Stellung der Arbeiter einsetzten. Im Kaiserreich war sie mehrere Jahre verboten, ebenso in der Zeit des Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945. In der Bundesrepublik stellte die SPD bisher drei Bundeskanzler: Willy Brandt (1969-1974), Helmut Schmidt (1974-1982) und Gerhard Schröder (1998-2005).

und CSU

Die Christliche Demokratische Union Deutschlands entstand nach dem 2. Weltkrieg aus verschiedenen kleinen Gruppen und Parteien sowie aus der katholischen Partei Zentrum, die bis 1933 existiert hatte. Die CDU gibt es in allen Bundesländern außer in Bayern, denn dort bildete sich die Christlich Soziale Union (CSU). Bei Bundestagswahlen treten beide Parteien immer gemeinsam an. Die CDU stellte mit Konrad Adenauer den ersten Bundeskanzler, außerdem gehörten die Kanzler Ludwig Erhard (1963 -1966), Kurt Georg Kiesinger (1966 - 1969) und Helmut Kohl (1982 - 1998) der CDU an. Seit 2005 stellt sie mit Angela Merkel die derzeitige Bundeskanzlerin.

Die Partei "Die Grünen" wurde Anfang 1980 gegründet. Sie entstand aus mehreren Friedens- und Umweltinitiativen. Der Schutz der Umwelt ist bis heute eines ihrer wichtigsten politischen Anliegen. 1983 schaffte diese Partei erstmals den Einzug in den Bundestag. Im Jahr 1993 schlossen sich "Die Grünen" mit dem Bündnis 90 zusammen, das in der ehemaligen DDR entstanden war. Seitdem nennt sich die Partei "Bündnis 90/Die Grünen". Von 1998 bis 2005 bildete sie zusammen mit der SPD eine Koalition unter dem Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Die Partei Die Linke entstand 2007 aus dem Zusammenschluss der Parteien WASG und PDS. Die WASG hatte sich einige Jahre vorher von der SPD abgespalten. Die Abkürzung PDS steht für "Partei des Demokratischen Sozialismus". Diese Partei bildete sich 1989 aus der SED, der "Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands". Die SED war bis dahin die mächtige Staatspartei der DDR.

"Die Linke" tritt unter anderem für eine sozialistische Gesellschaft ein, in der die großen Betriebe nicht mehr privaten Besitzern, sondern allen Menschen in einem Staat gehören sollen.

Die Freie Demokratische Partei (FDP) wurde 1948 gegründet. Sie tritt vor allem dafür ein, dass der Staat möglichst wenig regelt, sondern dass zunächst einmal jeder Mensch die Verantwortung für sein Leben übernimmt. Die FDP war seit 1949 durch Abgeordnete im Bundestag vertreten. Sie bildete seitdem mehrmals eine Koalition entweder mit der CDU und CSU oder mit der SPD. Bei der letzten Bundestagwahl bekam sie jedoch nur 4,8% der Stimmen und ist derzeit nicht im Bundestag vertreten.

Die Alternative für Deutschland (AfD) gründete sich im Februar 2013 aus einer Wahlinitiative. Eines ihrer Hauptanliegen war und ist die Abschaffung des Euros. Inzwischen wendet sie sich vehement gegen die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin Angela Merkel. Bei der Bundestagswahl 2013 trat sie erstmals an und erreichte ein Ergebnis von 4,7 % der Stimmen. Damit ist sie nicht Bundestag vertreten, aber sie entsendet Abgeordnete in mehrere Landtage.

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