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Es ist fast 1000 Jahre her. Der arabische Gelehrte Abraham ben Jacob, dessen Namen man auch Ibrâhîm ibn Ya`qûb schreibt, reiste im Auftrag des Kalifen von Cordoba durch Länder des Nordens. Er kam auch in das Gebiet zwischen Elbe und Oder. Dort hatten sich damals Völker angesiedelt, die wir heute als "Slawen" bezeichnen. Er berichtete:

So bauen die Slawen die meisten ihrer Burgen: Sie gehen zu Wiesen, reich an Wasser und Gestrüpp, stecken dort einen runden oder viereckigen Platz ab nach Form und Umfang der Burg, ... graben ringsherum und schütten die ausgehobene Erde auf, wobei sie mit Planken und Pfählen ... befestigt wird, bis die Mauer die beabsichtigte Höhe erreicht. Auch wird für die Burg ein Tor abgemessen, an welcher Seite man will, und man geht auf einer hölzernen Brücke aus und ein.

In Deutschland sind etwa 700 Stellen bekannt, an denen solche Burgen gestanden haben. Doch es gibt davon nur noch wenige Überreste.

Vor einigen Jahren hat man in der Nähe des Ortes Raddusch in Brandenburg eine Slawenburg nachgebaut. Sie steht wieder an der Stelle, an der um das Jahr 880 n. Chr. schon einmal eine Burg erbaut worden war.

Die Anlage bestand aus einer Holzkonstruktion. Wie bei einem Blockhaus wurden dicke Stämme miteinander verbunden. Das Innere wurde mit Sand, Erde und Lehm verfüllt, so dass ein 10 m breiter, runder Wall entstand. Er war etwa 7 m hoch. Der Wall umschloss eine runde Innenfläche mit einem Durchmesser von ungefähr 35 m.

Im Inneren befanden sich hölzerne Brunnen, die bis zu 14 m tief waren. Um den Wall herum verlief ein mit Wasser gefüllter Burggraben. Man gelangte durch zwei Tore in die Burg, die sich genau gegenüber lagen.

Außerhalb der Burg lag eine Siedlung. Wenn sich Angreifer näherten, flüchteten die Menschen in die Anlage. Doch nur ungefähr 180 Jahre bot sie den Menschen wirklich Schutz. Im Jahre 963 wurde die Burg von dem deutschen Markgrafen Gero erobert und zerstört. Die Burganlage verfiel. Als man mehr als 1000 Jahre später mit dem Nachbau begann, war nur noch ein 3 m hoher Hügel übrig geblieben.

Der Wall wurde aus Holz errichtet und mit Erde und Lehm verfüllt - Bild: Hamsterkiste

Die Burg war von einem Wassergraben umgeben - Bild:  Olaf Meister (CC BY-SA 3.0)

Durch Flechtzäune auf dem Wall waren die Verteidiger der Burg geschützt - Bild: Hamsterkiste

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