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Hamsterkisteprüfung

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Das Leben in früheren Zeiten war viel gefährlicher als heute. Es gab viel weniger Menschen als heute und das Land war dünn besiedelt. Polizisten mit Blaulicht und Streifenwagen, die man schnell herbeirufen kann, gab es nicht. Bewaffnete Räuberbanden zogen umher, die raubten und mordeten. Besonders gefürchtet waren Soldatenhaufen, die meistens im Auftrag eines adligen Fürsten durch das Land zogen und Krieg führten. Damals galt: "Der Krieg ernährt den Krieg". Das heißt: Die Soldaten lebten von dem, was sie erbeuteten und raubten.

Jeder versuchte sich zu schützen, so gut es ging. Reiche Leute ließen sich Burgen errichten, oft auf Anhöhen oder auf Inseln in Flüssen und Seen. Irgendwann entstanden Städte mit Häusern, die dicht zusammen standen. Um die Häuser herum baute man hohe und breite Mauern, oft mit Türmen, von denen aus man weit ins Land sehen konnte. Die Mauern waren manchmal auch noch von Wassergräben und Wällen umgeben. Durch enge Tore kam man in die Stadt hinein und hinaus. Die Felder der Bewohner lagen außerhalb. Wenn Fremde in die Stadt kamen, mussten sie ihre Waffen abgeben. Nachts wurden die Tore geschlossen.

In vielen Orten sind heute noch Reste solcher Stadtmauern zu sehen. Ein sehr gut erhaltenes Beispiel einer Stadtmauer gibt es in Neubrandenburg im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Mit ihrem Bau begann man vor mehr als 700 Jahren. Die Mauer ist ungefähr 2300 Meter lang, hat vier Tore und mehrere Beobachtungstürme. Sie ist etwa 7 Meter hoch, bis zu 1,40 Meter breit und besteht zum großen Teil aus Felssteinen.

Im Abstand von 30 Metern baute man besondere Häuser in die Mauer ein, in denen sich Verteidiger verbergen und Angreifer abwehren konnten. Man nennt sie Wiekhäuser.

Heute leben ungefähr 64 000 Einwohner in Neubrandenburg, die meisten davon leben heute außerhalb der alten Stadtmauer. Es gibt eine Konzertkirche, eine Fachhochschule, die St. Georg-Kapelle und ein besonderes Beispiel für eine Wohnanlage in Plattenbauweise, die in der ehemaligen DDR als "Wohnbauserie 70" bekannt war. Südlich der Stadt liegt der Tollensesee.

Die vier Tore der Stadtmauer, das Friedländer Tor, das Treptower Tor, das Stargarder Tor, das Neue Tor und der mit der Stadtmauer verbundene Fangelturm prägen das Bild der Stadt noch heute.


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Das Treptower Tor von der Feldseite aus gesehen

Das Stargarder Tor von der Feldseite

Der Fangelturm ist in die Stadtmauer eingebaut

Die Stadtmauer von Neubrandenburg besteht zum großen Teil aus Felssteinen

In die Stadtmauer sind im Abstand von 30 Metern Wiekhäuser eingebaut

Die Konzertkirche von Neubrandenburg - Bilder: Hamsterkiste