Hamsterkiste Lerngeschichte

Im Bentheimer Wald gibt es auch einen Hutewald - Bild: GBiU

Der Bentheimer Wald liegt in der Nähe der Burg Bentheim. Er umfasst eine Fläche von 1600 ha und ist damit eines der größten Waldgebiete im Nordwesten Deutschlands.

Im Mittelalter war es hier so: Vom Frühjahr bis zum Herbst trieb man Rinder, Schweine Ziegen, Schafe, Gänse und sogar Pferde in den Wald, die sich dort ihre Nahrung suchten. Weil man sie dabei hüten musste, damit sie sich nicht verliefen, nennt man einen solchen Wald auch Hutewald.

Wenn die Eichen ihre Eicheln abwarfen, war das vor allem für die Schweine ein gefundenes Fressen. Die Ziegen fanden ihre Nahrung in den Büschen und Sträuchern, aber auch in den Trieben junger Bäume.

Die Beweidung hat große Auswirkungen auf den Wald. Es entstehen neue Lichtungen. - Bild: GBiU

Aus getrocknetem Laub gewann man Laubheu, das den Pferden und Rindern als Nahrung diente. Dazu beschnitt man die Hainbuchen, sodass sie immer wieder neu austrieben. Diesen Vorgang nennt man Schneiteln.

Im Bentheimer Wald wurden einst Haustiere gehütet - Bild: GBiU

Diese Nutzung des Waldes hatte natürlich große Auswirkungen. Junge Bäume konnten nicht nachwachsen oder erreichten nur eine geringe Größe, weil sie abgefressen oder geschneitelt wurden. Nach und nach entstanden so Lichtungen im Wald, die den Tieren dann als Weidefläche dienten. 

Ziegen finden ihre Nahrung in Büschen und Bäumen, sie weiden aber auch junge Triebe ab - Bild: GBiU

Am Ende des 19. Jahrhunderts stellte man diese Form der Nutzung des Waldes ein. Bäume und Sträucher eroberten die Lichtungen zurück, auf denen man aber noch deutlich die Spuren der früheren Nutzung sieht.

Der Tierpark Nordhorn hat im Jahr 2012 einen kleinen Teil des Bentheimer Waldes wieder zum Hutewald gemacht. Dafür hat man rund um die Eichen Platz geschaffen und auch die Hainbuchen werden wieder geschneitelt. Eine Fläche von 26 ha wurden eingezäunt. Hier weiden nun wieder Haustiere. Es entsteht eine Kulturlandschaft, wie sie über Jahrhunderte in unseren Wäldern typisch war.

Solche Lichtungen gab es früher in vielen Wäldern - Bild: GBiU

Dadurch wird auch Lebensraum für andere Tiere geschaffen. Insbesondere viele Käferarten finden Nahrung in den alten und abgestorbenen Bäumen und im Dung der Tiere. Der selten gewordene Eremit oder Juchtenkäfer findet hier ebenso ideale Lebensbedingungen wie einige Fledermausarten.

 Viele Käferarten finden Nahrung im Hutewald - Bild: GBiU

Vor allem aber leben in diesem Wald Galloway-Rinder, Bentheimer Landschafe und niederländische Landziege. Sie haben nichts dagegen, wenn man sie besucht. Man kann sie auf einem Rundgang durch den Wald kennen lernen oder auch an eine Führung teilnehmen.

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Ergänzende Materialien für den Unterricht:

Erkundungsaufgaben PDF

Erkundungsaufgaben ODT  Bild: Hamsterkiste

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