Der Thron des Kaisers Karl
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Der Stuhl ist schon mehr als 1200 Jahre alt und steht im Dom zu Aachen. Er wurde nicht aus Holz, sondern aus vier Marmorplatten gefertigt, die durch bronzene Klammern miteinander verbunden sind. Sechs Stufen führen hinauf. Alles wirkt sehr schlicht und einfach.

Die Marmorplatten sollen aus einer Kirche in Jerusalem stammen. Man sagt, dass diese Kirche über dem Grab errichtet worden sei, in dem Jesus von Nazareth nach seinem Tod am Kreuz beerdigt worden war.

Dieser Stuhl war einst der Thron des Kaisers Karl, den man auch den Großen nennt.

Karl regierte das Reich der Franken von 786 bis 1814. Aus diesem Reich gingen später mehrere europäische Länder hervor, unter anderem Frankreich, Deutschland, die Schweiz, Belgien und die Niederlande.

Am Weihnachtsfest des Jahres 800 ließ sich Karl in Rom vom Papst zum Kaiser krönen. Sein Reich nannte man "Heiliges Römisches Reich". Zu seiner Zeit war er der mächtigste Fürst Europas. Heute nennt man ihn manchmal den "Vater Europas".

Karl hielt sich gern in Aachen auf. Dieser Ort lag sehr günstig und außerdem schätzte der Kaiser die heißen Quellen, die es hier gab. Er ließ einen Königshof bauen, der zum Mittelpunkt des Reiches wurde. Einen solchen Königshof nannte man auch "Pfalz". Damals musste ein König viel umher ziehen, um sein Reich und seine Macht zu verteidigen.

Zum Königshof in Aachen gehörte auch die Marienkirche, aus der später der Aachener Dom entstand. Sie war prächtiger gestaltet als alle anderen Steinbauten nördlich der Alpen. Der Innenraum war achteckig. In dieser Kirche stand der Stuhl des Kaisers. Hier saß er, wenn er an einem  Gottesdienst teilnahm.

Viele seiner Nachfolger ließen sich in dieser Kirche krönen. Von 936 bis 1531 bestiegen 30 Kaiser und Könige des "Heiligen  Römischen Reiches" nach ihrer Wahl den Thron des Kaisers Karl, um ihre Herrschaft zu bekräftigen und mit dem großen Vorgänger zu verbinden.

Als Karl im Jahr 814 starb, wurde er in der Marienkirche zu Aachen begraben. Seine Gebeine wurden mehrfach umgebettet. 

Seit 1215 ruhen sie im "Karlsschrein", der im Chorraum des Aachener  Doms aufbewahrt wird. Der Karlsschrein wurde von einem seiner Nachfolger gestiftet, dem Kaiser Friedrich Barbarossa, der von 1122 bis 1190 lebte.

Kaiser Barbarossa ließ auch einen großen Radleuchter anfertigen. Dieser Leuchter, dessen acht große und acht kleine Türme die heilige Stadt Jerusalem symbolisieren sollen, ist ein weiteres Wahrzeichen des Aachener Doms.

Bilder: Hamsterkiste

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