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Die Käfige am
Kirch-
turm

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Vor fast 500 Jahren forderte der Mönch Martin Luther Reformen in der katholischen Kirche. Da die Päpste und Bischöfe ihm nicht folgen wollten, entstand eine neue Kirche, die sich evangelisch nannte. Viele Menschen wandten sich vom katholischen Glauben ab und folgten Luther und seinen Lehren.

Auch in der Stadt Münster gewann er zahlreiche Anhänger und 1533 gehörten alle Mitglieder des mächtigen Stadtrates der neuen Kirche an. Doch außer Luther traten auch noch andere Prediger auf und verbreiteten ihre Lehren.

 

Jan Mathys

Jan van Leiden

Bernd Knipperdolling

Bernd Krechting

In Münster bildete sich eine Gruppe von so genannten Wiedertäufern. Ihre Anführer Jan Mathys und Jan van Leiden lehrten, dass nur noch Erwachsene getauft werden sollten. Sie forderten, den Besitz des Einzelnen abzuschaffen. Alles sollte allen gehören. Sie glaubten auch, Jesus würde bald auf die Erde zurückkehren.

Im Februar 1534 wurde Mathys neuer Vorsitzender des Münsteraner Stadtrates. Er begann sofort mit der Umsetzung seiner Ideen. Erwachsene wurden getauft, wer seiner  Lehre nicht folgte, musste die Stadt verlassen. Männer durften gleichzeitig mehrere Frauen heiraten. Er ließ alte Schriftstücke verbrennen und Bilder und Statuen in den Kirchen zerstören.

 
 
Bischof
Franz von Waldeck

Doch der Bischof Franz von Waldeck war fest entschlossen, Münster wiederzugewinnen. Seine Soldaten hatten bald einen Belagerungsring um die Stadt geschlossen. Ostern 1534 starb Mathys bei einem Ausbruchsversuch. Sein Nachfolger wurde Jan van Leiden, der sich selbst zum König Johannes I. ausrief und insgesamt 16 Ehefrauen gehabt haben soll.

Die Belagerung dauerte eineinhalb Jahre, in der Stadt herrschte große Not. Am 24. Juni 1535 wurde sie schließlich von den Truppen des Bischofs erobert. Einige Täufer konnten entkommen, die Hauptanführer Jan van Leiden, Bernd Krechting und Bernd Knipperdolling wurden jedoch gefangen genommen.   

Im Januar 1536 machte man ihnen den Prozess. Sie wurden gefoltert und hingerichtet. Anschließend legte man ihre Leichname in Eisenkörbe und hängte diese an der Lambertikirche am Prinzipalmarkt auf. Jeder Bürger sollte sehen, wie gefährlich es war, sich gegen die Obrigkeit aufzulehnen. Die Körper der Hingerichteten wurden nicht bestattet. Man ließ sie in den Körben, bis nichts mehr von ihnen übrig war. Noch heute kann man ihre eisernen Särge am Turm der Kirche sehen.

Bilder: Hamsterkiste (2), gemeinfrei (5)

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