Hamsterkiste Lerngeschichte "Martin Luther"

 Nach christlicher Überlieferung fahren die Seelen nach dem Tod in den Himmel auf ... - Bild: Hamsterkiste

4 Sobald das Geld im Kasten klingt ...

Nach christlicher Lehre gibt es ein Leben nach dem Tode. Früher dachte man, die Seelen der Verstorbenen, die ein gutes Leben geführt hatten, kämen in den Himmel, wo sie bei Gott wohnen und Gottes Herrlichkeit genießen könnten.

Die Seelen von Menschen, die schwere Sünden auf sich geladen hätten, würden jedoch in die Hölle verbannt, wo sie in einem ewigen Feuer von Teufeln gequält werden.

Dann gab es nach dieser Lehre noch einen Zustand, den man Fegefeuer nannte. Dort müssen die Seelen Strafen erleiden, aber wenn sie nach einiger Zeit geläutert sind, dürfen auch sie in den Himmel aufsteigen.

In der katholischen Kirche wird noch heute gelehrt, dass man diese Zeit im Fegefeuer verkürzen kann, wenn man einen so genannten Ablass für sich oder für andere gewinnt. Heute muss man dafür zum Beispiel bestimmte Gebete sprechen. Zur Zeit Luthers zogen Ablassprediger umher, die den Menschen einen Ablass gegen Geld verkauften. Die Einnahmen wurden von der Bank der Fugger in Augsburg verwaltet. Die Hälfte wurde nach Rom weiter geleitet, die andere Hälfte stand dem Erzbischof Albrecht von Brandenburg zu, der damit seine Schulden bei der Fuggerbank bezahlte.

Ein Spruch verbreitete sich: "Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt."

Nach seiner Rückkehr aus Rom erfuhr Luther von diesem Ablasshandel, der in der Gegend um Wittenberg vor allem von dem Ablassprediger Johannes Tetzel betrieben wurde.

... oder sie müssen in einem ewigen Feuer Höllenqualen erleiden - Bild: Hamsterkiste

Das solltest du herausfinden:

9. Was versuchte man durch den Kauf eines Ablasses zu erreichen?

10. Wer erhielt das Geld aus dem Ablasshandel?