Hamsterkiste Lerngeschichte "Martin Luther"

 Die Lutherstube auf der Wartburg bei Eisenach - Bild: Hamsterkiste

7 Junker Jörg

Vom 5. Mai 1521 bis zum 1. März 1522 hielt sich Luther auf der Wartburg versteckt. Um nicht erkannt zu werden, nannte er sich nun "Junker Jörg". Er lebte in einer unscheinbaren Kammer, die heute noch als "Lutherstube" erhalten ist.

In der Zeit auf der Wartburg übersetzte Martin Luther das Neue Testament der Bibel aus dem Griechischen und Hebräischen ins Deutsche. In nur 11 Wochen schrieb er eine Fassung, die bald reißenden Absatz fand. Er benutzte dabei eine Sprache, die die Menschen verstanden. Er sagte später, er habe "dem Volk aufs Maul" geschaut.

Er erfand Redewendungen wie „Perlen vor die Säue werfen“, „ein Buch mit sieben Siegeln“, „die Zähne zusammenbeißen“, „etwas ausposaunen“, „im Dunkeln tappen“, „ein Herz und eine Seele“, „auf Sand bauen“, „Wolf im Schafspelz“ und „der große Unbekannte“, die wir noch heute oft benutzen.

Einige Jahre vorher hatte Johannes Gutenberg den Buchdruck erfunden. Das half mit, das Werk zu verbreiten und Martin Luther bekannt zu machen. Das Buch war erschwinglich und sein Inhalt verständlich.

Seine Übersetzung sollte große Auswirkungen auf die deutsche Sprache haben und darauf, wie wir sie heute sprechen. Neben den vielen plattdeutschen und sonstigen Dialekten, die auch heute noch in Deutschland gesprochen werden, bildete sich das Hochdeutsch heraus. Dabei half die "Lutherbibel" kräftig mit.

Sie wurde in den folgenden Jahrhunderten zum wichtigsten Buch in vielen Schulen, Kinder lernten damit das Lesen und noch heute ist sie die Grundlage der Gottesdienste in den evangelischen Kirchen.

Die erste vollständige Bibelübersetzung von Martin Luther 1534 - Bild: Thorsten Schleese (PD)

Das solltest du herausfinden:

16. Wozu nutzte Luther die Zeit auf der Wartburg?

17. Wodurch wurde die Verbreitung der Lutherbibel sehr begünstigt?