Bundesland Sachsen-Anhalt


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Einwohnerzahl und Fläche

In Sachsen-Anhalt lebten am 31. Dezember 2015 auf einer Fläche von 20 451 Quadratkilometern  insgesamt 2.245.470  Einwohner. Auf jedem Quadratkilometer wohnen also 109 Menschen.

Hauptstadt

Die Hauptstadt Sachsen-Anhalts ist Magdeburg. Die Stadt liegt am Fluss Elbe und hat 235 723 Einwohner. Magdeburg ist eine der ältesten Städte im Osten Deutschlands. 805 taucht der Name Magdeburgs erstmals in Urkunden auf. Kaiser Otto I. errichtete hier 968 das Erzbistum Magdeburg. Wahrzeichen der Stadt ist der Magdeburger Dom. Sein Bau dauerte über 300 Jahre von 1209 bis 1520. Otto I. ist hier begraben, die beiden Türme sind 99 und 104 Meter hoch. Magdeburg hat einen bedeutenden Binnenhafen, denn hier kreuzen sich die Schifffahrtsstraßen Elbe, Mittellandkanal und Elbe-Havelkanal. Im Sport ist Magdeburg vor allem durch seine Handballmannschaft, den SC Magdeburg, bekannt. 

Nordseite des Magdeburger Doms - Bild: Thorsten Maue (CC BY-SA 2.0)

Andere große Städte

Andere große Städte in Sachsen-Anhalt sind Halle (Saale) (236.991 Einwohner), Dessau-Roßlau (82.919), Lutherstadt Wittenberg (46.475), Bitterfeld-Wolfen (40.480), Halberstadt (43.768), Stendal (40.269), Weißenfels (40.398), Merseburg (34.052), Bernburg (Saale) (33.920) und Wernigerode (33.108). (Alle Einwohnerzahlen vom 31.12.2015)

Rathaus der Stadt Wernigerode - Bild: Uwe Maschmeyer

Flüsse

Die Elbe ist 1094 km lang und damit einer der längsten europäischen Flüsse. Sie entspringt in Tschechien und mündet bei Cuxhaven in die Nordsee. Sie fließt 302 km durch Sachsen-Anhalt und ist somit der längste und bedeutendste Fluss des Landes. Städte wie Magdeburg, Wittenberg oder Dessau-Roßlau liegen an ihren Ufern.

Die Sternbrücke über die Elbe bei Magdeburg - Bild: Thorsten Maue (CC BY-SA 2.0)

Die Saale ist ein linker Nebenfluss der Elbe. Sie ist insgesamt 403 km lang und entspringt im Fichtelgebirge im Bundesland Bayern. Bei Naumburg mündet die Unstrut in die Saale, kurz vor Halle fließt dann die Weiße Elster zu. Bei der Stadt Barby erreicht die Saale die Elbe.

Die Weiße Elster entspringt in Tschechien kurz vor der deutschen Grenze im Elstergebirge. Sie fließt dann auf 254 km Länge durch Sachsen und Sachsen-Anhalt. Im Hallenser Stadtteil Silberhöhe mündet sie in die Saale.

Die Aller fließt nur ein kurzes Stück auf dem Gebiet Sachsen-Anhalts. Sie hat ihre Quelle in Wanzleben in der Magdeburger Börde, sie fließt dann nach Niedersachsen, wo sie bei Verden in die Weser mündet.

Die Havel ist 334 Kilometer lang und fließt auf der rechten Seite der Elbe. Sie entspringt in Mecklenburg-Vorpommern, sie durchfließt Berlin, verläuft zum größten Teil auf dem Gebiet des Bundeslandes Brandenburg und mündet an der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt in die Elbe. Sie hat nur ein geringes Gefälle.

Gebirge und Landschaften

Der Harz ist das größte Gebirge Norddeutschlands. Er erstreckt sich über die Bundesländer Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Hier liegen auch seine höchsten Berge. Der Brocken ist 1141 m, die Heinrichshöhe 1045 m und der Königsberg 1033 m hoch. Der Harz ist ein beliebtes Wander- und Wintersportgebiet. Große Teile hat man unter Naturschutz gestellt.

Blick vom Brocken in die Magdeburger Börde - Bild: Uwe Maschmeyer

Ansonsten gibt es nur kleinere Erhebungen in Sachsen-Anhalt. Eine davon ist die Finne. Sie ist ein kleiner, etwa 23 km langer Höhenzug, der sich im Süden des Landes an und über die Grenze von Thüringen erstreckt. Höchste Erhebung ist der Seligenbornsberg mit 356 Metern.

Die Altmark ist eine Landschaft im Norden des Bundeslandes. Im Westen wird sie von Niedersachsen begrenzt, im Osten von der Elbe. Sie zählt zu den ältesten Kulturlandschaften Deutschlands, Ackerbau und Heide- und Waldflächen wechseln sich hier ab. Gleich mehrere alte Hansestädte liegen hier, wie zum Beispiel Stendal, Gardelegen und Salzwedel.

Die Magdeburger Börde ist die Hauptlandschaft Sachsen-Anhalts. Sie erstreckt sich ungefähr von Niedersachsen im Westen, dem Harz im Süden, der Altmark im Norden bis zur Elbe im Osten. Zentrum und Namensgeberin der Region ist Magdeburg. Die Börde ist eine flache Landschaft mit wenig Wald und sehr fruchtbaren Böden. Vor allem Zuckerrüben werden hier auf großen Flächen angebaut.

Die Saale-Unstrut-Region ist die nördlichste Weinregion Deutschlands. Der größte Teil davon liegt im Bundesland Sachsen-Anhalt, ein kleinerer gehört zu Thüringen. Auf 760 ha wird hier schon seit 1000 Jahren Wein angebaut.

Sachsen-Anhalt in der DDR 

Nach dem 2. Weltkrieg gehörte Sachsen-Anhalt zur DDR. Es wurde 1952 in den Bezirk Halle und in den Bezirk Magdeburg aufgeteilt. In der DDR herrschte nur eine Partei, die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED). Die meisten Betriebe gehörten als "Volkseigene Betriebe" (VEB) dem Staat. Die Landwirtschaft wurde in "Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften" (LPG) betrieben. Im Rahmen der Planwirtschaft wurde vorher festgelegt, was produziert werden sollte und wo das zu geschehen hatte. In Sachsen-Anhalt wurde der Bezirk Halle als Standort für die Chemieindustrie bestimmt. In Leuna, Schkopau und Bitterfeld-Wolfen entstanden riesige Chemiefirmen wie die Leuna- und Bunawerke.

Die Bunawerke 1980 - Bild: Bundesarchiv 183-W1 18-013 Foto Thomas Lehmann (CC BY-SA 3.0)

Diese Fabriken arbeiteten oft ohne die heute üblichen Umweltschutzmaßnahmen. Viele Menschen litten unter den schlechten Umweltbedingungen und den verseuchten Böden.

Magdeburg wurde zu einem Standort des Maschinenbaus in der DDR. In verschiedenen Regionen des Landes baute man im Tagebau Braunkohle ab, so zum Beispiel in Amsdorf, Bitterfeld und im Geiseltal. Die DDR gehörte weltweit zu den größten Produzenten von Braunkohle. Nach der Wiedervereinigung mussten viele Betriebe schließen und eine große Zahl von Menschen verloren ihre Arbeitsplätze. Manche zogen danach aus Sachsen-Anhalt fort. Heute hat dieses Bundesland im Vergleich zu 1990 rund 500 000 Einwohner weniger.

Benachbarte Bundesländer

Sachsen-Anhalt grenzt im Westen und Nordwesten an Niedersachsen, im Süden an Thüringen und Sachsen und im Norden und Osten an Brandenburg.

Große Unternehmen

Auch heute noch wird in Sachsen-Anhalt sehr viel Braunkohle abgebaut und unter anderem zur Erzeugung von Elektrizität verwendet. In der Region um Halle sind weiterhin große Chemiefirmen ansässig. BASF, Total oder die Dow Chemical Group haben hier Niederlassungen. In Bitterfeld haben sich zudem einige Firmen aus der Solarenergiebranche niedergelassen, die zum Teil aber schon wieder schließen mussten. Die Firma Q-Sells beschäftigt hier noch 1300 Menschen. Größter Arbeitgeber des Landes ist die Deutsche Bahn mit 7500 Beschäftigten.

Abbau von Braunkohle in einem Tagebau der Romonta GmbH in Amsdorf (Sachsen-Anhalt) - Bild: gemeinfrei

Parlament und Regierung

Gesetze für das Bundesland Sachsen-Anhalt werden von den Abgeordneten des Landtages beschlossen. Das Landtagsgebäude liegt am Domplatz in der Landeshauptstadt Magdeburg. Die letzte Wahl zum Landtag fand im März 2016 statt. Sie ergab diese Sitzverteilung:

Partei

Anzahl der Abgeordneten

CDU

30

AfD

25

LINKE

16

SPD

11

GRÜNE

6

Reiner Haseloff von der CDU wurde erneut zum Ministerpräsidenten des Landes gewählt. Seine Partei bildet zusammen mit der SPD und den Abgeordneten der GRÜNEN eine Koalition. Kultusminister ist Marco Tullner von der CDU. Er ist für die Schulen des Landes zuständig.

In diesem Gebäude am Domplatz in Magdeburg tagt der Landtag von Sachsen-Anhalt - Bild: gemeinfrei

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