Hamsterkiste - Lerngeschichte

Bild: Hamsterkiste

Diese unscheinbare Kammer befindet in der Wartburg bei Eisenach. Hier wohnte einst der "Junker Jörg". Der Name war falsch, denn der Mann musste sich verstecken. In Wirklichkeit hieß er Martin Luther.

Vom 5. Mai 1521 bis zum 1. März 1522 hielt er sich hier auf. Was in dieser Kammer geschah, veränderte Deutschland mehr als Kriege und andere Taten mächtiger Fürsten. In der Zeit, die er in dieser Kammer verbrachte, übersetzte er das Neue Testament der Bibel aus dem Griechischen. In nur 11 Wochen schrieb er eine Fassung, die bald reißenden Absatz fand. Er benutzte dabei eine Sprache, die die Menschen verstanden. Er sagte später, er habe "dem Volk aufs Maul" geschaut. Der einige Jahre vorher erfundene Buchdruck half mit, das Werk zu verbreiten und Martin Luther bekannt zu machen. Sein Werk sollte große Auswirkungen auf die deutsche Sprache haben und darauf, wie wir sie heute sprechen.

Er erfand Redewendungen wie „Perlen vor die Säue werfen“, „ein Buch mit sieben Siegeln“, „die Zähne zusammenbeißen“, „etwas ausposaunen“, „im Dunkeln tappen“, „ein Herz und eine Seele“, „auf Sand bauen“, „Wolf im Schafspelz“ und „der große Unbekannte“, die wir noch heute oft benutzen.

Martin Luther, Porträt von Lucas Cranach dem Älteren - Bild: gemeinfrei

Doch es ging Luther nicht um die Sprache, sondern um ein neues Verständnis eines wirklich christlichen Lebens. Er wurde 1483 in Eisleben geboren, trat als Mönch in ein Kloster in Erfurt ein und wurde schließlich Professor der Theologie. Er stieß in der Bibel auf für ihn entscheidende Stellen: Danach lebt ein Mensch allein aus der Gnade Gottes, auch sein Glaube ist ein Geschenk Gottes. Er soll sich vor allem an der Bibel orientieren.

Luther bekämpfte in seinen Schriften den Ablasshandel, der damals sehr verbreitet war. Danach kam jemand nach seinem Tode in den Himmel, wenn er auf Erden gegen Geld und Gebete einen Nachlass seiner Sündenstrafen gewonnen hatte.

Der Stuhl in der Lutherstube - Bild: Hamsterkiste

Der Anschlag von 95 Thesen an der Schlosskirche von Wittenberg am 31. Oktober 1517 gilt allgemein als der Beginn der von Luther ausgelösten "Reformation". Nachdem Luther seine Lehre vor Kaiser Karl V. verteidigt hatte und mit Verfolgung rechnen musste, wurde er von seinem Landesherrn, dem sächsischen Kurfürsten Friedrich dem Weisen auf der Wartburg versteckt.

Luthers Lehren führten zu einer Spaltung der christlichen Kirche. Es entstanden die evangelisch-lutherische Kirche und später weitere Bekenntnisse wie zum Beispiel die reformierte Kirche. Martin Luther, der die Kirchenspaltung wohl nicht gewollt hatte, starb 1546 in Eisleben.

Auf der Wartburg lebte einst die Heilige Elisabeth von Thüringen - Bild: Hamsterkiste

Die Wartburg gibt es übrigens schon seit fast 1000 Jahren. Am nordwestlichen Ende des Thüringer Waldes überragt sie die Stadt Eisenach und ihre Umgebung. Hier lebte von 1211 bis 1227 die Heilige Elisabeth von Thüringen.

Die Wartburg gehört seit 1999 zum Weltkulturerbe - Bild: Hamsterkiste

Im Oktober 1817 trafen sich hier Studenten. Die forderten vor allem die Einheit Deutschlands. Das Land war damals noch in mehrere Königreiche und Fürstentümer zersplittert.

Finder mit der Hamsterkisteprüfung heraus, was du gelernt hast.

Zu diesem Text gibt es

eine Druckversion PDF (mit Erkundungsaufgaben)

eine Druckversion ODT  (mit Erkundungsaufgaben)

Wenn du mehr wissen willst ...

dann rufe diese Karte auf. Gib im Suchfeld das Wort "Wartburg" ein. Du kannst die Karte vergrößern (+) oder verkleinern (-) und hin- und herschieben.

rufe diese Seite mit weiteren Informationen über die Wartburg auf.

zurück

Nutzungsbedingungen    l   Fehler gefunden?  l   © Hamsterkiste Verlag 2016 - Alle Rechte vorbehalten