Bundesland Freistaat Thüringen


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Einwohnerzahl und Fläche

In Thüringen lebten am 31. Dezember 2015 auf einer Fläche von 16.172 Quadratkilometern insgesamt 2,170 Millionen Einwohner. Auf jedem Quadratkilometer wohnen also 134 Einwohner.

Hauptstadt

Die Hauptstadt Thüringens ist Erfurt. Die Stadt liegt am kleinen Fluss Gera und hat 210 118 Einwohner. Die älteste Kirche in dieser Stadt ist der Erfurter Dom, der schon von dem Missionar Bonifatius im 8. Jahrhundert gegründet worden sein soll. Erfurt ist seit 1994 wieder Bischofssitz. In der Altstadt gibt es insgesamt 22 Kirchen und fünf freistehende Kirchtürme. Erfurt wurde im Zweiten Weltkrieg kaum zerstört, sodass man in der Altstadt noch viele alte Fachwerkhäuser findet. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist die Krämerbrücke aus dem Mittelalter. Sie ist 120 Meter lang und mit 32 Häusern bebaut.

Erfurter Dom - Bild: Pixabay/PD

Andere große Städte

Andere große Städte in Thüringen sind Jena (109 527 Einwohner), Gera (96 011), Weimar (64 131), Gotha (45 410), Nordhausen (42 217), Eisenach (42 417) und Suhl (36 778). (Alle Einwohnerzahlen vom 31.12.2015)

Flüsse

Die Saale ist 413 km lang. Davon fließt sie 196 km durch Thüringen und ist somit der längste Fluss des Landes. Sie entspringt in Bayern im Fichtelgebirge und mündet bei der Stadt Barby in Sachsen-Anhalt in die Elbe. In Thüringen liegen Städte wie Rudolstadt und Jena an der Saale.

Die Werra entspringt im Thüringer Wald beim Städtchen Masserberg. Sie ist insgesamt 292 km lang, bei Hannoversch Münden in Niedersachsen fließt sie mit der Fulda zusammen und bildet dann die Weser.

Brücke im Verlauf der Autobahn A 4 über die Werra bei Eisenach - Bild: Hamsterkiste

Die Unstrut ist ein Nebenfluss der Saale. Sie entspringt in der thüringischen Landschaft Eichsfeld im Westen des Bundeslandes. Sie durchfließt die Städte Mühlhausen, Bad Langensalza und Sömmerda. Nach 192 km mündet sie bei Naumburg in Sachsen-Anhalt in die Saale.

Die Ilm entspringt im Thüringer Wald beim Örtchen Stützerbach. Sie ist 128 km lang und liegt ausschließlich auf dem Gebiet Thüringens. Sie durchfließt zum Beispiel die Städte Ilmenau, Apolda und Weimar. Bei Großheringen mündet sie in die Saale.

Gebirge und Landschaften

Der Harz ist das nördlichste Gebirge Deutschlands. Er erstreckt sich hauptsächlich über die Bundesländer Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Ein kleiner Teil liegt auch im Nordwesten Thüringens. Der Große Ehrenberg ist hier der höchste Berg mit 635 Metern.

Der Thüringer Wald ist ein waldreiches Mittelgebirge im Bundesland Thüringen. Er verläuft ungefähr 70 km zwischen Eisenach im Nordwesten und Suhl im Süden. Hier finden wir auch den höchsten Berg Thüringens. Es ist der Große Beerberg mit einer Höhe von 982 Metern. Der Rennsteig ist ein Wanderweg, der über alle Gipfel des Thüringer Waldes führt und zu den meist begangenen Wanderwegen Deutschlands zählt.

Auf dem Rennsteig im Thüringer Wald - Bild: Hamsterkiste

Südöstlich des Thüringer Waldes schließt sich das Thüringische Schiefergebirge an, das sich bis in das Nachbarbundesland Bayern erstreckt. Größter Berg ist der Große Farmdenkopf mit 869 Metern. Auch hier verläuft der Rennsteig über alle Gipfel. Das Gebirge ist eine beliebte Wintersportregion.

Das Thüringer Becken ist eine Landschaft in der Mitte Thüringens, die mit 2700 km² ein Sechstel des Bundeslandes umfasst. Hier herrscht ein recht trockenes Klima vor, da das Becken vom Harz, dem Hessischen Bergland und dem Thüringer Wald abgeschirmt wird. Zudem gibt es hier sehr fruchtbare Böden, sodass die Region schon seit langer Zeit besiedelt ist.

Das Eichsfeld ist eine meist hügelige Landschaft zwischen Harz und Werra, die sich über die Bundesländer Hessen, Niedersachsen und Thüringen erstreckt. Höchste Erhebung ist der Berg Goburg mit 543 Metern Höhe. Das Eichsfeld gehörte lange zum Fürstbistum Mainz. Daher sind hier die meisten Bewohner im Gegensatz zum übrigen Thüringen katholisch. Größere Orte sind Leinefeld-Worbis und Heiligenstadt.

Der Hainich ist ein bewaldeter Höhenrücken im Nordwesten Thüringens. Hier findet man Deutschlands größtes zusammenhängendes Waldgebiet mit Laubbäumen, vor allem Buchen. Deshalb errichtete man hier auch einen Nationalpark. Im Hainich gibt es einen Baumkronenpfad. Hier kann man mehrere Meter über dem Boden durch den Wald streifen.

Im Hainich gibt es einen Baumkronenpfad - Bild: Rainer Lippert (gemeinfrei)

Thüringen in der DDR

Nach dem 2. Weltkrieg gehörte Thüringen zur DDR. Es wurde 1952 in die Bezirke Suhl, Erfurt und Gera aufgeteilt. In Berlin ließ die Führung der DDR im August 1961 eine Mauer errichten und auch die Grenze zur Bundesrepublik wurde immer stärker gesichert. Diese innerdeutsche Grenze war 1400 km lang. Man richtete eine 5 km breite Sperrzone ein, die von den Bürgern nur mit besonderer Genehmigung betreten werden durfte. Zudem war die Grenze durch Wachtürme, Stacheldraht und Elektrozäune gesichert. Es wurden Selbstschussanlagen installiert und Minen gelegt, insgesamt 30.000 Grenzsoldaten der DDR waren hier stationiert.

So sah der Grenzübergang Duderstadt-Worbis einmal aus - Bild: Grenzlandmuseum Eichsfeld

Wie viele Menschen bei ihren Fluchtversuchen aus der DDR getötet wurden, weiß man nicht genau, man geht aber von mindestens 872 aus. Thüringen war von der stark gesicherte Grenze besonders betroffen. Mehrere Dörfer, die direkt an der Grenze lagen, wurden komplett umgesiedelt und danach abgerissen. Kleine Dörfer, wie Mödlareuth oder Heinersdorf, die direkt auf der Grenze lagen, wurden ähnlich wie in Berlin durch eine Mauer getrennt.

Der Grenzstreifen zwischen der DDR und der BRD war jahrzehntelang weitestgehend unberührt von Menschen. Viele bedrohte Tierarten ließen sich hier nieder. Nach der Wiedervereinigung im Jahr 1990 nutzte man dies zur Einrichtung eines Naturschutzprojektes: Es nennt sich Grünes Band Deutschland. In Thüringen richtete man an der ehemaligen Grenze verschiedene Schutzgebiete ein, um den vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten gute Bedingungen zu bieten. Das Grüne Band Deutschland ist fast 1400 km lang, 763 km liegen davon in Thüringen.

Reste der Grenzanlagen bei Teistungen im Eichsfeld - Bild: Hamsterkiste

Benachbarte Bundesländer

Thüringen grenzt an die Bundesländer Hessen, Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen.

Große Unternehmen

Die Carl Zeiss AG ist eine Firma aus der feinmechanisch-optischen Industrie. Sie wurde im 19. Jh. in Jena gegründet. Hier arbeiten heute über 3000 Menschen in den verschiedenen Firmensparten, die Firmenzentrale befindet sich im Bundesland Baden-Württemberg. Eng verbunden mit Carl Zeiss ist die Schott AG, einer der weltweit größten Hersteller von Spezialgläsern. Diese Firma beschäftigt in Jena etwa 1000 Menschen. In Eisenach hat Opel eine Niederlassung, der Automobilzulieferer Bosch beschäftigt in Arnstadt, Erfurt und Eisenach 4500 Mitarbeiter. Die Firma K + S Kali GmbH betreibt die großen Salzbergwerke in Thüringen, der Hauptsitz ist in Kassel. In Thüringen arbeiten 1000 Menschen an den Standorten dieser Firma in Unterbreizbach und Merkers.

Parlament und Regierung

Der Landtag des Landes Thüringen ist das Parlament des Freistaates Thüringen, er tagt in der Hauptstadt Erfurt. Die letzte Wahl fand im September 2014 statt, seitdem sind fünf Parteien im Landtag vertreten.

Es ergab sich diese Sitzverteilung:

Partei

Anzahl der Abgeordneten

CDU

34

LINKE

28

SPD

12

DIE GRÜNEN

6

AFD

11

Zum Ministerpräsidenten wurde erstmals in einem Bundesland ein Vertreter der Partei DIE LINKE gewählt. Es ist Bodo Ramelow, dessen Partei zusammen mit der SPD und den GRÜNEN eine Koalition bildet. In Thüringen ist die Ministerin für Bildung, Jugend und Sport, Birgit Klaubert, für die Schulen zuständig.

In diesem Gebäude in Erfurt befindet sich der Plenarsaal des Thüringer Landtags - Bild: TomKidd (CC BY-SA 3.0)

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Zu diesem Steckbrief gibt es

Erkundungsaufgaben als PDF-Version und als ODT-Version

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