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 Der Aletschgletscher im Wallis in der Schweiz - Bild: Hamsterkiste

Gletscher gehören zu den gewaltigsten Gebilden, die es in der Natur gibt. Sie sind oft Tausende von Jahren alt, mehrere hundert Meter dick, einige Kilometer breit und lang, sie formen Täler und Landschaften und sie bestehen aus Millionen Tonnen gefrorenen Wassers.

Wie entstanden Gletscher?

Gletscher sind einmal aus kleinen Schneeflocken entstanden. Irgendwann fielen diese Flocken zu Boden und verdichteten sich. Wenn die Kraft der Sonne im Sommer nicht ausreichte, um diese Schicht zu tauen, fiel im nächsten Winter erneut Schnee darauf. So entstand eine zunächst dünne, aber immer dicker werdende Eismasse, die sich in den Eiszeiten bis zu Höhen von 3000 Metern auftürmte. Diese Eismassen nennen wir Gletscher. In wärmeren Zeiten nahmen sie ab, in kalten Abschnitten wieder zu.

Im Gebirge verschoben sich Gletscher durch ihr eigenes Gewicht in Täler und Senken hinein und wuchsen dadurch immer weiter. Sie schabten breite Rinnen in die Berge. In tieferen Regionen taute das Eis und das Wasser wurde zu einem Fluss, der vom Gletscher ins Tal führt.

Gletscher entstanden vor allem in den Eiszeiten

In den letzten 1 Million Jahren gab es auf der Nordhalbkugel der Erde vier Eiszeiten. Während dieser Eiszeiten war es nur um wenige Grade kälter als heute. Doch das reichte aus, weite Teile Europas und Nordamerikas mit Gletschern zu bedecken. Besonders viele Gletscher bildeten sich in den Gebirgen.

Doch die meisten sind inzwischen wieder verschwunden. Heute finden wir Gletscher in Europa vor allem noch in Norwegen und in der Schweiz. Die größten Schweizer Gletscher sind der Große Aletschgletscher, der Gornergletscher und Fiescher Gletscher. In Deutschland haben sich gerade einmal fünf Gletscher erhalten, darunter der Nördliche und Südliche Schneeferner unterhalb der Zugspitze.

Gletscher gehen zurück

Es war schon immer so: In Warmzeiten gingen die Gletscher zurück oder sie verschwanden ganz. In kälteren Zeiten dagegen wuchsen sie und dehnten sich aus. Doch seit einigen Jahrzehnten beobachten die Forscher, dass die Gesamtfläche aller Gletscher sehr schnell abnimmt. Zwischen 1850 und 2005 hat sich die Fläche der deutschen Gletscher um 60 Prozent verringert.

Das hat sicherlich auch mit einem natürlichen Anstieg der Temperaturen zu tun. Aber in den vergangenen 200 Jahren machen sich die Folgen der Industrialisierung und die Zunahme der Weltbevölkerung zusätzlich bemerkbar. Bei der Verbrennung von Holz, Kohle, Gas und Erdöl wird das Gas Kohlendioxyd frei. Es steigt auf. In der Höhe lässt es zwar Sonnenstrahlen zur Erde durch, aber Wärmestrahlen, die von der Erde in das kalte Weltall entweichen würden, hält es zurück. So entsteht ein Treibhauseffekt und die Temperatur auf der Erde steigt zusätzlich an.

Gletscher sind große Wasserspeicher

Forscher befürchten, dass in den nächsten Jahrzehnten viele Gletscher verschwinden werden. Das bringt auch Gefahren für unsere Wasserversorgung mit sich. Etwa 70 Prozent des Süßwassers der Erde sind in Gletschern gebunden. Wenn die Gletscher also schmelzen, verlieren wir große Wasserspeicher und das Süßwasser wird sich mit dem Salzwasser der Meere vermischen. Außerdem wird der Meeresspiegel ansteigen und Land, das nur wenige Meter über dem Meeresspiegel liegt, wird von Überflutung bedroht.

  Aus dem Rhonegletscher in der Schweiz entspringt die Rhone, einer der mächtigsten Flüsse Europas.

  In Alaska ragen einige Gletscher bis ins Meer hinein.

  Gletscher formen die Landschaft, wie hier am Denali in Alaska, dem höchsten Berg Nordamerikas.

  Gletschereis schimmert blau.

  

  In Gletschern bilden sich immer wieder Spalten.

  Auf Grönland gibt es noch viele Gletscher.

Bilder: Hamsterkiste (6), pixabay.com (1)

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