Frankreich


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Fläche und Einwohnerzahl

In Frankreich lebten am 1. Januar 2015 insgesamt 66.317.994 Einwohner. Das Land umfasst einschließlich einiger Überseegebiete eine Fläche von 632.834 Quadratkilometern. Danach leben auf einem Quadratkilometer im Durchschnitt 103 Menschen.

Hauptstadt und Departments

Paris ist die Hauptstadt Frankreichs. Es ist auch die mit weitem Abstand größte Stadt in Frankreich. In den Grenzen der Stadt leben etwa 2,2 Millionen, im Großraum Paris mehr als 12 Millionen Menschen, also etwa jeder 5. Einwohner des Landes. Paris gilt als eine der großen Metropolen der Welt.

Blick auf den Eiffelturm und die Prachtstraße Champs Elysée mit dem Triumphbogen am Ende - Bild: Hamsterkiste

Frankreich ist in 18 Regionen und 101 Départments gegliedert. 96 Départments liegen in Europa, 5 in Übersee. Alle Départments sind durchnummeriert, die Nummern bilden auch die ersten Stellen der Postleitzahlen.

An der Spitze eines Départments steht der Präfekt, der von der Regierung in Paris bestimmt wird. Wichtige Angelegenheiten werden vom Rat des Départment erörtert und entschieden, dem vom Volk gewählte Männer und Frauen angehören.

Die Départments sind in 335 Arrondissements aufgeteilt und diese wiederum in 2054 Kantone. In allen Kantonen zusammen gibt es 35.945 Gemeinden.

Die Départments in Europa - Bild: TUBS (CC BY-SA 3.0)  

Andere große Städte

Andere große Städte in Frankreich sind die Hafenstadt Marseille (855.393 Einwohner), Lyon (500.715), Toulouse (458.298), Nizza (342.295), Nantes (292.718), die ehemalige deutsche Stadt Straßburg (275.718), Montpellier (272.084 ), Bordeaux (243.626), die Industriestadt Lille (231.491) und Rennes (211.373). Alle anderen Städte haben weniger als 200.000 Einwohner. (Alle Zahlen vom 1. Januar 2013)

Straßenszene in Straßburg - Bild: Hamsterkiste

Flüsse

Die Loire ist 1012 Kilometer lang und damit der längste Fluss Frankreichs. Sie entspringt in den Cevennen. Entlang der Loire und ihrer Nebenflüsse wurden über 400 Schlösser errichtet, die heute viele Besucher anziehen. Die Loire passiert die Städte Orléans, Blois, Tours, Saumur und Nantes und mündet bei Saint-Nazaire in den Atlantik.

Durch die Hauptstadt Paris fließt die Seine. Sie ist insgesamt 777 Kilometer lang, entspringt Osten des Landes und mündet bei Le Havre in den Ärmelkanal.

Die Garonne entspringt in den Pyrenäen. Sie fließt durch den Südwesten Frankreichs und berührt die Städte Toulouse und Bordeaux. Nach 647 Kilometern erreicht sie die Mündung im Golf von Biscaya, einer Bucht des Atlantischen Ozeans.

Die Meuse ist insgesamt 925 Kilometer lang. Davon fließt sie auf einer Länge von 550 Kilometer durch Frankreich, danach durch Belgien und die Niederlande, wo sie Maas genannt wird. Sie entspringt in Lothringen und mündet gemeinsam mit dem Rhein im Rhein-Maas-Delta in den Ärmelkanal.

Von allen französischen Flüssen führt die Rhone am meisten Wasser. Sie entspringt am Rhonegletscher in der Schweiz und fließt durch den Genfersee. Dieser See heißt in Frankreich Lac Lémon und gehört zu 40 Prozent zu Frankreich und zu 60 Prozent zur Schweiz. Es ist der größte See in beiden Ländern. Zu den Nebenflüssen der Rhone gehören die Saone, der Doubs und die Isère. Sie ist insgesamt 812 Kilometer lang, davon verlaufen 545 Kilometer auf französischem Gebiet. Sie mündet in einem Delta in der Nähe von Marseille ins Mittelmeer.

Die Moselle (auf Deutsch Mosel) entspringt in den Vogesen. Ihre Länge beträgt 544 Kilometer, davon etwa 222 Kilometer in Frankreich.

Der Rhein ist einer der längsten Flüsse Europas. Bei einer Gesamtlänge von 1232 Kilometern bildet er auf 190 Kilometern die natürliche Grenze zwischen Frankreich und Deutschland.

Andere Flüsse in Frankreich sind unter anderem die Marne, ein Nebenfluss der Seine, die Lot, die in die Garonne fließt und die Dordogne.

 Die Seine in Paris - Bild: Hamsterkiste

Gebirge und Landschaften

In Frankreich gibt es sieben Gebirge, von denen vier auch zu anderen europäischen Ländern gehören.

Im südlichen Teil Frankreichs liegt das Zentralmassiv. Es ist im Durchschnitt 700 Meter hoch, der höchste Gipfel ist der Monts Dore mit einer Höhe von 1885 Metern.

Die Vogesen liegen auf der linken Seite des Rheins gegenüber dem Schwarzwald, dem Gebirgszug auf deutscher Seite. Die Insel Korsika gilt als ein "Gebirge im Meer". Sie besteht zum großen Teil aus einem Hochgebirge, dessen höchster Gipfel, der Monte Cinto, eine Höhe von 2706 Meter erreicht.

Der Französische Jura geht im Osten in den Schweizer Jura über, der höchste Gipfel erreicht eine Höhe von 1720 Metern. Das Mittelgebirge der Ardennen liegt im Südosten Belgiens und reicht bis nach Frankreich hinein.

In den französischen Pyrenäen - Bild: Hamsterkiste

Auf beiden Seiten der französisch-spanischen Grenze liegen die Pyrenäen. Sie bilden eine rund 430 km lange Gebirgskette zwischen dem Atlantischen Ozean und dem Mittelmeer. Der höchste Berg ist der Pico de Aneto mit einer Höhe von 3404 Meter. Rund 200 Gipfel der Pyrenäen sind höher als 3000 Meter.

Die höchsten Berge Frankreichs befinden sich im Osten des Landes in den Alpen, darunter der Mont Blanc, mit einer Höhe von 4810 Metern der höchste Berg Europas.

Der Mont Blanc ist der höchste Berg Frankreichs und Europas - Bild: Franco56 (CC BY-SA 3.0)

Wirtschaft

Frankreich ist neben Deutschland das wirtschaftlich wichtigste Industrieland Europas. Weltweit steht es an sechster Stelle. 

Das größte Unternehmen des Landes ist der Versicherungskonzern AXA mit Niederlassungen in 64 Ländern und etwa 166 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Andere große Unternehmen sind zum Beispiel der Mineralölkonzern Total und das Energieunternehmen EDF.

Zu den besonderen Stärken der französischen Wirtschaft gehören die Branchen Luftfahrt, Automobile, Energie, Landwirtschaft und Ernährung, Luxusartikel, pharmazeutische Produkte, Chemie und Elektronik.

Nachbarländer

Im Norden Frankreichs liegen Belgien und Luxemburg. Im Nordosten bildet der Rhein einen Teil der Grenze zu Deutschland. Im Osten grenzt Frankreich an die Schweiz, weiter südlich an Italien. Im Süden Frankreichs liegen Spanien und der Zwergstaat Andorra.

Frankreich und Deutschland

In den letzten Jahrhunderten gab es immer wieder schreckliche Kriege zwischen Deutschen und Franzosen. Zuletzt kämpften französische und deutsche Soldaten im 1. Weltkrieg (1914 - 1918) und im 2. Weltkrieg (1939 - 1945) gegeneinander. In diesen Kriegen starben Millionen von Menschen.

Es gab Zeiten, da lernten die deutschen Kinder in der Schule: "Frankreich ist unser Erbfeind". Als in Deutschland noch ein Kaiser regierte, wurde in jedem Jahr in den Schulen der "Sedantag" gefeiert zur Erinnerung an eine Schlacht, die deutsche gegen französische Truppen im Jahr 1870 gewonnen hatten.

Nach dem 2. Weltkrieg unternahmen Politiker aus beiden Ländern den Versuch, an die Stelle von Feindschaft und Streit Versöhnung und Freundschaft zu setzen. Im Jahr 1963 wurde ein Vertrag geschlossen, der seitdem die Beziehungen zwischen beiden Ländern regelt. Es wurde ein deutsch-französisches Jugendwerk gegründet, das Begegnungen zwischen Jugendlichen aus beiden Ländern organisiert. Seitdem haben zum Beispiel Tausende von Schulklassen sich gegenseitig besucht und voneinander gelernt.

Frankreich und Deutschland gehören zu den Gründungsmitgliedern der Europäischen Union (EU), der heute 27 Staaten angehören. In 19 dieser Länder gilt der Euro als gemeinsame Währung. Ziel der EU ist es unter anderem, den Handel und den Reiseverkehr zu fördern und gemeinsame Regeln für das Zusammenleben in Europa zu finden. Vor allem aber: So soll der Frieden zwischen den Völkern und Staaten gesichert werden, damit es nie wieder zu Kriegen in Europa kommt.

Der deutsch französische Freundschaftsvertrag wurde 1963 durch einen Gottesdienst unterstrichen - Ein Gemälde in der Kathedrale von Reims zeigt den damaligen Präsidenten de Gaulle (rechts) und Bundeskanzler Adenauer (Foto Hamsterkiste)

Der Präsident der Republik Frankreich

An der Spitze des Landes stehen der Präsident oder die Präsidentin der Republik. Sie werden von den Wählerinnen und Wählern für 5 Jahre gewählt und können einmal wiedergewählt werden. Bei den Wahlen gibt es meistens zwei Wahlgänge. Im zweiten Wahlgang können nur noch die beiden Kandidaten gewählt werden, die im ersten Wahlgang die meisten Stimmen errungen haben.

Die Präsidenten Frankreichs haben im Gegensatz zu den Staatsoberhäuptern in Deutschland und Österreich eine große Macht. Sie ernennen den Premierminister und die Minister der Regierung. Sie führen den Vorsitz im Ministerrat. Sie können sogar das französische Parlament, die Nationalversammlung, auflösen und Neuwahlen ansetzen. Außerdem sind sie Oberbefehlshaber der Streitkräfte.

Parlament und Regierung

Gesetze werden von der Nationalversammlung beschlossen. Ihr gehören 577 Frauen und Männer an, die von den Wahlberechtigten für 5 Jahre gewählt werden. An Wahlen darf jeder teilnehmen, der die französische Staatsbürgerschaft besitzt und 18 Jahre alt ist. Außer der Nationalversammlung gibt es noch einen Senat, dem 348 Abgeordnete angehören. Der Senat berät ebenfalls über Gesetze, er kann aber von der Nationalversammlung überstimmt werden.

Die Regierung wird vom Premierminister geleitet, der vom Präsidenten ernannt wird und in seinem Auftrag handelt.

In diesem Gebäude tagt die Nationalversammlung Frankreichs - Bild: Hamsterkiste

Wenn du mehr wissen willst ...

Über Frankreich berichtet zum Beispiel die Seite wowarstdu.de

... oder die Seite Helles Köpfchen

Hier findest du eine Karte der Flüsse Frankreichs.

Zusätzliche Materialien für den Unterricht

Zu diesem Steckbrief gibt es

Erkundungsaufgaben als PDF-Version

und als ODT-Version

Finde mit der Hamsterkisteprüfung heraus, was du gelernt hast.
 

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