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Das Beinhaus von Douemont in Frankreich

Die Stadt Verdun liegt im Nordosten Frankreichs und hat etwas mehr als 18 000 Einwohner. Die Landschaft ist leicht hügelig, es gibt große Wälder, Wiesen und fruchtbare Felder, auf denen Getreide wächst. Es ist eine ruhige, friedliche Landschaft. 

Doch in den Wäldern fallen Vertiefungen im Boden auf, die keine natürlichen Ursachen haben. Es sind die Spuren der "Schlacht von Verdun", die hier zwischen Februar und Dezember 1916 tobte. Sie war Teil des furchtbaren 1. Weltkriegs, der im August 1914 begonnen hatte. In diesem Krieg kämpften Soldaten aus Deutschland und Österreich gegen Truppen aus Frankreich, England und Russland, denen später auch die USA zu Hilfe kamen.

Die Schlacht von Verdun war ein Stellungskrieg vor allem zwischen deutschen und französischen Soldaten. Sie lagen sich in Gräben und Erdlöchern gegenüber und versuchten, Stellungen der gegnerischen Reihen zu erobern. Mehr als 4000 Geschütze waren im Einsatz, die in einer Stunde mehr als 10 000 Granaten verschießen konnten. Es herrschte ein ohrenbetäubender Lärm, Dörfer wurden vollständig zerstört, das Schlachtfeld war übersät mit Kratern, von den Bäumen blieben nur Stümpfe zurück. Verwundete und Leichen konnten nicht geborgen werden, die Soldaten mussten oft Gasmasken anlegen, weil auch Giftgas eingesetzt wurde, viele wurden verschüttet. Sie bekamen manchmal tagelang keine Verpflegung, sie tranken Wasser, das sich in Erdlöchern gesammelt hatte. Man schätzt, dass auf beiden Seiten etwa 700 000 Soldaten umgekommen sind. Die, die überlebten, waren fast alle an Leib und Seele verwundet und sprachen noch lange von der "Hölle von Verdun".

Der 1. Weltkrieg war der vorletzte von sechs Kriegen, die es zwischen 1763 und 1945 zwischen Deutschland und Frankreich gab. Im Verlauf des Krieges 1870/71 hatten deutsche Fürsten im Januar 1871 mit dem Reichskanzler Otto von Bismarck im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles das "Deutsche Reich" ausgerufen. Der preußische König wurde als Wilhelm I. zum Kaiser des neuen Reiches ernannt.

In den folgenden Jahrzehnten wurde jedes Jahr in deutschen Schulen der "Sedantag" gefeiert zur Erinnerung an eine siegreiche Schlacht in diesem Krieg. Als der 1. Weltkrieg ausbrach, herrschte in vielen Ländern Europas eine große Kriegsbegeisterung. 1918 ging der 1. Weltkrieg zu Ende. Deutschland musste kapitulieren. Anschließend dankte der letzte Kaiser Wilhelm II. ab und ging ins Exil nach Holland.

Deutschland musste viel Geld an die Siegermächte zahlen, so genannte "Reparationen". Das war einer der Gründe dafür, dass der Diktator Adolf Hitler in Deutschland an die Macht kam. Doch er führte das Land erneut in einen Weltkrieg, der 1945 mit der totalen Niederlage endete.

Nach diesem 2. Weltkrieg versuchten einige Staatsmänner aus Frankreich und Deutschland, endlich die Feindschaft zwischen beiden Ländern zu überwinden. Der französische Präsident Charles de Gaule und der deutsche Bundeskanzler Adenauer schlossen einen Freundschaftsvertrag. Sie vereinbarten, dass sich Jugendliche aus beiden Ländern regelmäßig besuchen sollten.

Außerdem entstand 1956 in Rom eine Bündnis zwischen zunächst 6 Staaten: Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Belgien und Luxemburg. Daraus ist inzwischen die "Europäische Union" (EU) geworden, der inzwischen 28 Staaten angehören. In dieser Union sollen Konflikte zwischen den Ländern friedlich gelöst, Kriege verhindert, für Wohlstand gesorgt und die Grenzen abgebaut werden. Seit 1945 herrscht seitdem Frieden in Europa und es gibt sogar eine gemeinsame Währung.

In der Nähe von Verdun erinnert heute noch das Beinhaus an die schrecklichen Tage des Jahres 1915. Hier sind die Überreste von etwa 120.000 Soldaten aus Frankreich und Deutschland beigesetzt. Außerdem gibt es einen großen Friedhof für französische Soldaten, deren Namen man noch kennt. Der Name diese Stadt erinnert aber vor allem an den Wahnsinn des Krieges und mahnt uns, für ein friedliches Zusammenleben der Völker zu arbeiten. 

  Die Wälder um Verdun weisen noch heute Spuren der furchtbaren Kämpfe auf.

  Hier stand einmal ein Bauernhaus. Es wurde in den Kämpfen zerstört.

Mit solchen Geschützen feuerten die Soldaten beider Seiten auf die gegnerischen Truppen.

So sah es während der Kämpfe in den Wäldern um Verdun aus.

  In Frankreich sagte man von den Soldaten, sie seien für Frankreich gestorben (Mort pour la France)

  In Deutschland steht auf Denkmälern, die Soldaten seinen den "Heldentod" gestorben.

  Präsident de Gaule (rechts) und Bundeskanzler Adenauer (2. von rechts) schlossen 1963 einen Freundschaftsvertrag. Er wurde durch einen Gottesdienst in der Kathedrale von Reims besiegelt.

Bilder: Hamsterkiste

Weitere Materialien für den Unterricht:

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