Hamsterkiste Lerngeschichte

Die Stadt Siracusa

Sizilien ist die größte Insel des Mittelmeeres. Wegen ihrer zentralen Lage ließen sich hier im Altertum verschiedene Völker nieder. Während der Westteil der Insel hauptsächlich vom Volk der Karthager beherrscht wurde, siedelten die Griechen im Osten. Im Osten der Insel Sizilien liegt heute die Stadt Siracusa. Sie wurde vor etwa 2800 Jahren von Griechen gegründet, die sie Syrakus nannten. Es finden sich auch einige römische Bauwerke, denn die Römer eroberten im Jahr 212 v. Chr. die Stadt Syrakus und die ganze Insel Sizilien.

Ruinen aus griechischer Zeit

Die Griechen hatten im 8. Jahrhundert vor Christus mit der Besiedelung der Insel begonnen. Sie gründeten zahlreiche Städte, die sich zu eigenen Stadtstaaten entwickelten. Die mächtigste unter ihnen war Syrakus.

Der Stadtkern lag geschützt auf einer kleinen Insel direkt vor dem Festland. Durch eine eigene Süßwasserquelle konnte sich die Stadt mit Wasser versorgen. Hier befanden sich die wichtigsten Bauwerke, Paläste, Tempel und Verwaltungsgebäude.

Noch heute kann man zum Beispiel die Überreste eines Tempels des griechischen Gottes Apollon besichtigen. Dieser wurde in späterer Zeit  als islamische Moschee und dann als christliche Kirche genutzt.

Die Steinbrüche von Syrakus 

Bald dehnte sich Syrakus auch auf das Festland aus, das mit der Insel durch einen Damm verbunden war.  In dem neuen Siedlungsgebiet entstanden neue Tempel und ein Freilufttheater, das man in einen Fels hinein baute. Es hatte 60 Sitzreihen und bot Platz für 15.000 Zuschauer. Damit war es eines der größten griechischen Theater.

Das Baumaterial dafür nahm man aus nahe gelegenen Kalksteinbrüchen, den so genannten Latomien. In diesen Steinbrüchen arbeiteten oft Gefangene, so dass man sie gleichzeitig als Gefängnisse nutzte. Weil der Bedarf an Baumaterial groß und der Kalkstein leicht zu bearbeiten war, trieb man gewaltige Stollen in die Felsen.

Das steinerne Ohr

Einen dieser Stollen nennt man das Ohr des Dionysos. Sein Eingangsbereich ist bis zu 11 Meter breit und 23 Meter hoch und erinnert im Aussehen an ein menschliches Ohr. Außerdem ist in diesem gewaltigen Hohlraum die Akustik sehr gut. Man kann von fast jeder Stelle des Stollens hören, was an anderen Stellen gesprochen wird.

Diese Eigenschaften machte sich angeblich auch der Tyrann Dionysos I. zu Nutze. Er war im Jahre 405 v. Chr. zum Alleinherrscher in Syrakus aufgestiegen und regierte fortan wie ein König. Er führte Kriege gegen die Karthager und ließ eine große Kriegsflotte bauen. Eine gewaltige Stadtmauer schützte die Stadt.

Es wird erzählt, dass Dionysos in dem Stollen Kriegsgefangene unterbringen ließ. Durch die gute Akustik war es ihm möglich, die Gefangenen von außerhalb der Höhle ungestört zu belauschen.

 Der alte Stadtkern von Siracusa liegt auf einer Insel - Bild: Hamsterkiste

 Überall in der Stadt Siracusa trifft man auf Ruinen von Bauwerken aus der Vergangenheit - Bild: Hamsterkiste

 Der griechische Tempel des Gottes Apollon wird heute als christliche Kirche genutzt - Bild: Hamsterkiste

 Das Theater vor der Stadt bot Platz für 15.000 Zuschauer - Bild: Hamsterkiste

 In solchen Steinbrüchen wurde Baumaterial gewonnen - Bild: Hamsterkiste

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