Phaeton und der Sonnenwagen

Eine griechische Sage

Phaethon, der Sohn des Sonnengottes Helios, bat seinen Vater, für einen Tag den Sonnenwagen lenken zu dürfen. Helios versuchte vergeblich, seinen Sohn von diesem Plan abzubringen. Als die Nacht zu Ende ging, bestieg Phaethon den kostbaren und reich verzierten Wagen des Vaters. Er wurde von vier feurigen Pferden gezogen. Sie rasten los und bald geriet der Wagen außer Kontrolle. Er verließ die tägliche Fahrstrecke zwischen Himmel und Erde und löste eine große Katastrophe aus.

Die Erde begann zu brennen, alle Feuchtigkeit versiegte. Die Wiesen verbrannten zu weißer Asche, Bäume und Blätter wurden versengt. Große Städte gingen in Flammen auf und die Feuersbrunst ließ ganze Völker verdorren.

Erst Zeus, der oberste aller Götter, bereitete dem Chaos ein Ende und schleuderte einen Blitz. Der Wagen wurde zertrümmert und der Wagenlenker Phaethon stürzte in die Tiefe, wo er tot im Fluss Eridanus landete. Die Inschrift auf seinem Grabstein lautete: „Hier ruht Phaethon, der Lenker des väterlichen Wagens. Zwar konnte er ihn nicht steuern, doch starb er als einer, der Großes gewagt hatte.“

© Hamsterkiste Verlag - Bild: Rensi

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