Kinderbibliothek - Gedichte für Kinder

Abendlied

von Matthias Claudius (1740 - 1815)

Der Mond ist aufgegangen,

Die goldnen Sternlein prangen

Am Himmel hell und klar

Der Wald steht schwarz und schweiget,

und aus den Wiesen steiget,

der weiße Nebel wunderbar.

 

Wie ist die Welt so stille

Und in der Dämmrung Hülle

So traulich und und so klar

Als eine stille Kammer,

Wo ihr des Tages Jammer,

Verschlafen und vergessen sollt.

 

Seht ihr den Mond dort stehen? -

Er ist nur halb zu sehen.

Und ist doch rund und schön!

So sind wohl manche Sachen,

Wie wir getrost belachen,

Weil unsre Augen sie nicht sehen.

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