Krupp - Geschichte eines großen Unternehmens 1811 - 1967

Am 20. November 1811 gründete Friedrich Krupp mit zwei Partnern in Essen eine Gussstahlfabrik. Krupp stammte aus einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie.

Zu der Zeit wurde der Westen Europas durch den französischen Kaiser Napoleon beherrscht. Er hatte verfügt, dass keine Stahlerzeugnisse aus England mehr auf den Kontinent gelangen durften. Nur dort beherrschte man jedoch die Herstellung eines hochwertigen besonders reinen Stahls.

Friedrich Krupp wollte die Chance nutzen, die entstandene Lücke zu füllen. Es dauerte fünf Jahre, bis er ein brauchbares Herstellungsverfahren gefunden hatte. 1818/19 wurde westlich der Stadt Essen in der Bauernschaft Altendorf eine neue Werkstatt gebaut. Dort entstand auch ein Wohnhaus für die Familie Krupp, das so genannte Stammhaus.

Doch Friedrich Krupp war wenig erfolgreich. Er starb hoch verschuldet im Jahr 1826. In seinem letzten Lebensjahr beschäftigte die Firma durchschnittlich nur noch vier Arbeiter. Seine Witwe und seine Kinder, allen voran der erst 14-jährige Alfred Krupp, führten das Unternehmen fort.

Der Durchbruch kam erst mit der Industriellen Revolution und der Produktion von Eisenbahnmaterial wie Räder, Achsen und Federn. 1851 erfand Krupp den nahtlosen Eisenbahnradreifen. Sie wurden ein weltweiter Verkaufsschlager. Seit 1875 sind drei übereinander gelegte Radreifen das Markenzeichen des Unternehmens. Auch auf dem Gebiet der Rüstung hatte Krupp bald Erfolg, 1859 bestellte Preußen erstmals in größerem Umfang Geschützrohre.

Krupp wurde zu einem Großunternehmen, das viele Produkte ins Ausland exportierte. Die Belegschaft wuchs von 74 Beschäftigten im Jahr 1848 auf 20.200 im Todesjahr Alfred Krupps im Jahr 1887. Der Umsatz stieg in diesem Zeitraum von 156.000 Mark auf 47 Millionen Mark.

Alfred Krupp war der Alleinherrscher in dem Unternehmen. Aber er sagte auch einmal: „Der Zweck der Arbeit soll das Gemeinwohl sein“. Er schuf schon 1836 eine „Kranken- und Sterbekasse“ und ließ ab1856 Wohnungen sowie 1870/71 ein Krankenhaus für die Beschäftigten und ihre Familien bauen.

Friedrich Alfred Krupp (1854-1902) führte die von seinem Vater begonnene Entwicklung des Unternehmens fort. Er investierte gezielt in die Forschung und baute in Rheinhausen bei Duisburg das modernste Hüttenwerk Europas. Außerdem kaufte er das Grusonwerk in Magdeburg und die Germaniawerft in Kiel. Er führte auch die Sozialleistungen für die „Kruppianer“ fort.

Als Friedrich Alfred Krupp im Alter von 54 Jahren im Jahr 1902 starb, erbte seine älteste Tochter Bertha das damals größte deutsche Unternehmen. Sie heiratete 1906 Gustav von Bohlen und Halbach. Im Ersten Weltkrieg gehörte die Firma Krupp zu den wichtigsten Waffenproduzenten des Deutschen Reiches. Nach dem Krieg durften keine Rüstungsgüter mehr hergestellt werden. Stattdessen produzierte Krupp nun beispielsweise Lokomotiven und Lastkraftwagen, aber auch Güter aus nicht rostendem Stahl (NIROSTA), sowie Werkzeuge aus dem Hartmetall WIDIA, das 1926 auf den Markt kam.

Zu Beginn der 1930er Jahre geriet Krupp in eine Existenzkrise. Nach der Machtübernahme der NSDAP arrangierte sich Krupp mit dem NS-Staat Adolf Hitlers. Erneut lieferte die Firma jetzt Rüstungsgüter und ließ sich als „Waffenschmiede des deutschen Reiches“ feiern. Die Firma war schließlich völlig eingebunden in die Kriegswirtschaft der Nazis. Dazu gehörte auch die massenhafte Beschäftigung von Zwangsarbeitern.

Vor allem dafür wurde Alfried Krupp von Bohlen und Halbach  nach dem Krieg von einem amerikanischen Militärgerichtshof zu zwölf Jahren Haft und zur Einziehung seines Vermögens verurteilt. Er hatte 1943 die Firma von seinen Eltern übernommen. Nach seiner vorzeitigen Entlassung aus dem Gefängnis bekam er auch sein Vermögen zurück. Er berief 1953 Berthold Beitz zu seinem Generalbevollmächtigten. Krupp und Beitz bauten den durch Kriegszerstörungen, Demontagen und Enteignungen am Boden liegenden Konzern wieder auf. Alfried Krupp beschloss, nie wieder Rüstungsgüter zu produzieren. Krupp spezialisierte sich nun besonders auf den Bau von Maschinen und Industrieanlagen.

Mit dem Tod von Alfried Krupp im Jahr 1967 ging sein gesamtes Vermögen, insbesondere das Unternehmen, auf die von ihm errichtete Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung über.

  Bestimmt schaffst du nun diese Aufgaben (i.V.).

zurück

 Nutzungsbedingungen    l     Fehler gefunden?     l     © Hamsterkiste Verlag 2016 - Alle Rechte vorbehalten