Im Wald

Ein Buchenwald im Frühling
Bild: Hamsterkiste
1 Wälder und Menschen
Der Hainich in Thüringen ist das größte zusammenhängende Laubwaldgebiet in Deutschland
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Wie sah der Wald wohl aus, in dem sich Hänsel und Gretel verirrten? Durch welchen Wald zogen die Bremer Stadtmusikanten, bevor sie das Räuberhaus fanden? In welchem Wald traf Rotkäppchen den Wolf?
Viele unserer Märchen und alten Geschichten erzählen von Wäldern, denn schon immer lebten Menschen in oder in der Nähe von Wäldern. Sie nutzten das Holz und die Früchte und sie jagten die Tiere des Waldes. In unsicheren Zeiten versteckten sie sich und ihr Hab und Gut im Wald.
Wälder waren schon da, lange bevor es Menschen gab. Zur Zeit der Saurier bestanden riesige Waldgebiete. Heute nutzen wir Kohle und Erdöl, die sich in Millionen von Jahren aus dem Holz längst untergegangener Wälder gebildet haben.
Ungefähr ein Drittel der Fläche Deutschlands ist derzeit von Wald bedeckt, in der Schweiz ist es ebenfalls ein Drittel, in Österreich sogar fast die Hälfte. Im Namen vieler Gebirge und Landschaften ist das Wort Wald enthalten, zum Beispiel Schwarzwald, Bayrischer Wald, Bregenzer Wald oder Waldviertel.
Im Wald ist es ruhig und manchmal geheimnisvoll. Auch heute lieben Menschen die Wälder wegen der vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt, sie genießen die Düfte und Farben und erholen sich beim Wandern.
Lernsätze:
- Vom Leben in Wäldern erzählen zum Beispiel die Märchen ____ und ____.
- Das Wort Wald kommt in diesen Gebirgsnamen vor: ____
2 Holz ist wertvoll

In den Wäldern gewinnen wir Holz zum Bauen und zum Heizen
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Schon immer haben Menschen den Wald genutzt. In der Steinzeit entzündeten sie Holz, um sich zu wärmen, oder sie bauten daraus Zelte, Werkzeuge und Waffen.
Als die Menschen sesshaft wurden, benutzten sie hölzerne Pflüge, um die Felder zu bestellen. Die Römer fuhren vor mehr als 2000 Jahren mit Wagen, deren Räder aus Holz gefertigt waren. Die Befestigungen der alten Städte und die ersten Burgen bestanden vorwiegend aus Holz. In moorigen Gebieten errichtete man Häuser auf hölzernen Pfählen.
Bildhauer schufen aus Holz wunderbare Figuren. Aus Holz baut man auch heute noch Brücken, Häuser, Hallen und Schiffe. Musikinstrumente und Küchengeräte werden aus Holz gefertigt, genauso wie Möbel und Spielzeug. Der Wald liefert uns Holz zum Heizen, zum Bauen und zur Herstellung von Papier.
Lernsätze:
3. Holz wurde schon immer genutzt, z. B. für ____ und ____.
4. Heute nutzt man es unter anderem für ____ und ____.
3 In Wäldern leben Tiere
In Wäldern leben viele Tiere, zum Beispiel Wildschweine
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Die meisten unserer wild lebenden großen Tiere halten sich in Wäldern auf. Dazu gehören Hirsch, Reh, Dachs, Fuchs, Eichhörnchen und das Wildschwein. Seit einigen Jahren gibt es auch wieder Wölfe bei uns. Im Wald finden sie reichlich Nahrung und gute Verstecke, um in Ruhe ihre Jungen groß zu ziehen.
Auch viele Vogelarten wie Spechte, Kuckuck und Eulen leben im Wald. Er bietet ihnen ideale Möglichkeiten, Nester zu bauen. Das Hämmern der Spechte ist weithin zu hören, wenn sie unter der Rinde von Bäumen Nahrung suchen. Etwa 1000 Käferarten leben im Wald, darunter der Hirschkäfer, der größte einheimische Käfer.
Wildbienen, Wespen und Hornissen bauen im Wald ihre Waben, Ameisen gründen ihre Staaten. Schmetterlinge legen ihre Eier ab, die Larven schlüpfen und verpuppen sich. Eine noch viel größere Anzahl von Lebewesen finden wir jedoch im Boden des Waldes. Man schätzt, dass in einem Hektar Wald bis zu 250.000 Regenwürmer vorkommen. In einem Quadratmeter Waldboden, also auf einer 1 mal 1 Meter großen Fläche, leben etwa 1 Billiarde Bakterien.
Nicht alle Tiere gehen sorgsam mit den Bäumen um. Rehe und Hirsche mögen besonders gern Sprösslinge und die Rinde junger Bäume. Blattläuse fressen massenhaft Blätter, Engerlinge nagen an den Wurzeln.
Borkenkäfer können große Schäden anrichten. Sie legen Eier in die Rinde von Bäumen, ihre Larven ernähren sich von den darunter liegenden Schichten. Das kann zum Absterben von Bäumen führen.
Lernsätze:
5. In Wäldern leben z. B. diese Tiere: ____.
6. Sie halten sich gern in Wäldern auf, weil ____.
4 Pflanzen und Pilze
In Wäldern wachsen unzählige Pflanzen und Pilze. Vorsicht! Dieser Fliegenpilz ist giftig!
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Auch viele Pflanzenarten fühlen sich unter Bäumen wohl. Dazu gehören zum Beispiel Brennnesseln, Brombeeren, Blaubeeren, Klee, Veilchen, Buschwindröschen, Gundelrebe und Sternmiere. Die Bäume nehmen ihnen zwar einiges Licht. Aber manche dieser Pflanzen blühen bereits, bevor die Bäume Blätter entwickeln. Dann haben sie mehr Licht zur Verfügung.
Im Sommer schützt der Schatten der Bäume vor heißen Sonnenstrahlen. Außerdem trocknet der Boden im Wald nicht so schnell aus. Er enthält darüber hinaus viele Nährstoffe.
Das Efeu und einige andere Pflanzen nutzen Bäume gern als Kletterhilfe. Sie ranken an den Stämmen hoch und klammern sich mit den Haftwurzeln fest.
Zu den typischen Waldbewohnern gehören auch die Pilze. Es gibt einige tausend Arten, einige hundert sind essbar.
Lernsätze:
7. Diese Pflanzen wachsen gern unter Bäumen heran: ____.
8. Sie leben gern dort, weil ____.
5 Wälder versorgen uns mit Sauerstoff

Bäume stellen in ihren Blättern Traubenzucker her. Dabei geben sie Sauerstoff an die Umgebung ab.
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Bäume gehören zu den Lebewesen auf der Erde, die ihren Körper selbst aufbauen können. Dazu benötigen sie Sonnenlicht sowie Wasser und Mineralien, die im Boden vorhanden sind. Außerdem nehmen Bäume durch ihre Blätter und Nadeln aus der Luft ein Gas auf, das man Kohlendioxid nennt.
Die Blätter und Nadeln der Bäume sind aus winzig kleinen Zellen aufgebaut. Im Inneren jeder Zelle gibt es winzige Räume. Man nennt sie Chloroplasten. Diese enthalten einen grünen Farbstoff, den man als Chlorophyll bezeichnet.
Das Chlorophyll stellt mit Hilfe des Sonnenlichts aus Kohlendioxid und Wasser Traubenzucker her. Dieser Traubenzucker dient als Baustein zum Aufbau neuer Zellen. So kann der Baum weiter wachsen.
Ein wichtiges Ergebnis nebenbei: Bei diesem Vorgang wird Sauerstoff freigesetzt, den die Bäume an die Umwelt abgeben. Das ist das Gas, das wir Menschen einatmen und ohne das wir nicht leben könnten.
Lernsätze:
9. Bäume benötigen Sonnenlicht, ____ und Mineralien.
10. Sie nehmen außerdem das Gas ____ aus der Umwelt auf.
11. Bäume geben das Gas ____ an die Umwelt ab.
6 Aus totem Holz entsteht neues Leben

Dieser Baum ist abgestorben. Er wird bald umfallen und zu Humus werden.
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Jedes Jahr werfen Bäume ihr Laub ab. Morsche Äste und Zweige fallen herab. Dennoch wachsen sie weiter. Doch irgendwann geht das Leben jedes Baumes zu Ende. Er bildet keine Blätter mehr aus, sein Holz wird morsch, die Wurzeln können ihn nicht mehr halten und er fällt um.
Ein sterbender Baum wird von Pilzen befallen, die das Holz langsam zersetzen. Aber noch in dem toten Holz leben viele Käferarten. Es entstehen Höhlen und Spalten, die von den Tieren genutzt werden. Wildbienen oder Hornissen bauen ihre Waben darin, Vögel nutzen sie für ihre Nester.
Es dauert viele Jahre, bis sich das Holz vollständig abgebaut hat. Übrig bleibt Humus, der auch die Rückstände des Laubes und morscher Äste und Zweige enthält. Humus ist ein nährstoffreicher Boden, in dem andere Pflanzen reichlich Nahrung finden.
So sorgt der abgestorbene Baum dafür, dass neues Leben entstehen kann.
Lernsätze:
12. Im Holz abgestorbener Bäume leben ____.
13. Das Holz wird von ____ langsam zersetzt.
14. Zum Schluss bleibt von einem abgestorbenen Baum wertvoller ____ übrig..
7 Schreibaufgaben
Bäume
Sie sind die größten ____ der Erde. Aus Holz stellen wir zum Beispiel ____ her. Die
____ der Bäume halten den Boden fest. Im Gebirge schützen Bäume vor ____. In den Ästen und Zweigen der Bäume leben z. B. ____ und ____. Aus einem abgestorbenen Baum wird ____.
Wer oder was bin ich?
- Ich habe einen Stamm, Äste und Blätter. Im Herbst werfe ich viele Blätter ab.
- Ich springe flink von Ast zu Ast. Meine Nahrung verstecke ich gern.
- Wir wachsen oft unter Bäumen. Einige von uns sind giftig.
- Ich klopfe mit meinem Schnabel an die Baumrinde und suche darunter Insekten.
- Ich bin weich, braun und liege auf dem Waldboden. Aus mir wachsen später neue Pflanzen.
- Ich habe Stacheln und rolle mich bei Gefahr zu einer Kugel zusammen.
- Ich bin klein, krabble am Boden und trage mein Haus auf dem Rücken.
- Ich falle im Herbst von der Eiche. Wildschweine fressen mich besonders gern.
- Ich bin ein kleines Tier mit vielen Beinen und baue unter der Erde große Wohnungen.
- Ich bin ein Weg zwischen vielen Bäumen. Menschen gehen auf mir spazieren.
Schreibe zu jeder Frage einen Lösungssatz: zum Beispiel: 1. Ich bin ein ____. Diese Wörter müssen als Lösung vorkommen: Schnecke - Humus - Waldweg - Specht - Eichel - Baum. - Pilze - Eichhörnchen - Igel - Ameise
8 Zusatzaufgabe: Wenn du mehr wissen willst ...
Du hast einiges über den Wald erfahren. Natürlich kann man noch viel mehr herausfinden, zum Beispiel dies: (Benutze Bücher, das Internet oder die KI)
- Welche drei Baumarten wachsen besonders häufig in deutschen Wäldern?
- Woran erkennt man den Unterschied zwischen einem Laubbaum und einem Nadelbaum?
- Was ist ein Mischwald?
- Wie viel Prozent der Fläche Deutschlands sind ungefähr mit Wald bedeckt?
- Was macht ein Förster oder eine Försterin? Nenne mindestens vier Aufgaben.
- Was ist ein Nationalpark? Finde einen Nationalpark in Deutschland, in dem es viel Wald gibt.
- Finde heraus, wie ein Waldbrand entstehen kann und wie Menschen ihn verhindern können.
- Erkläre, wie der Wald dabei hilft, sauberes Trinkwasser zu erhalten.
- Was ist ein Waldkindergarten? Finde heraus, was Kinder dort lernen und erleben.
- Welche Folgen kann der Klimawandel für deutsche Wälder haben? Nenne mindestens drei Folgen.
9 Gestalte diese Malvorlage

10 Handlungsideen
Dieses Thema ist besonders geeignet für ein Waldprojekt. Falls es in der Nähe deiner Schule keinen Wald gibt, kannst du bei der nächsten Klassenfahrt vielleicht einen Waldtag einbauen. Du findest im Netz zahlreiche Vorschläge und Erfahrungsberichte.

